Welcome, Guest. Please login or register.
Did you miss your activation email?

Author Topic: [DE] [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit  (Read 19215 times)

holgerw

  • Guest
[DE] Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #45 on: 2016/02/23, 14:12:40 »
Hi Alf,

Quote
@holger - ich hab genau einmal in meinem Leben für mich relevante Teile des Arch-Inits debuggt, weil ich da gewisse Modifikationen drinnen haben wollte. Und was ich da zu sehen bekommen habe, will ich in meinem Leben nie wieder sehen, das war wie Geisterbahn fahren. Nichts für wirklich schwache Gemüter. Und ich wehre mich einfach, so was dann als einfach zu bezeichen. Das war über Jahre gewachsene Frickelei. Und bei anderen Distributionen wie Suse und debian sah das nicht besser aus, eher das Gegenteil in Potzenz.

Siehe auch meine Antwort auf @bluelupo: Klar, Du hast recht, ich schrieb ja - da unter anderem von Dir als Entwickler schon mehrfach angedeutet -  von Unzulänglichkeiten des bisherigen Status Quo und der Unzufriedenheit einiger Entwickler, damit sind genau solche Szenarien gemeint, wie Du sie hier nun schreibst. Und ich nehme Dir sofort ab, dass systemd da einiges besser schon gemacht hat und auch gute Hilfsmittel zur Verfügung stellt, um Init-Scripte zu verbessern.

Aber das steht doch auch gar nicht im Widerspruch zu meinen kritischen Einwänden.

In einigen Jahren hat vielleicht systemd runit und andere Init-Systeme komplett verdrängt, oder aber es gibt eine Ko-Existenz mehrerer Init-Systeme, die zum Teil sogar voneinander profitieren, vielleicht geht systemd in wenigen Jahren ab wie sonst was, und läuft dermaßen rund, dass ich schon ganz scharf drauf bin ... wie schon angedeutet, es geht um Werkzeuge, die einfach tun sollen und ich sehe das ziemlich entspannt.

Und noch eines: Ich sehe in systemd und dessen Verbreitung nicht eine böse Verschwörung, gestartet von Poettering, um irgendwelche Freiheiten von Nutzerinnen und Nutzern freier Software einzuschränken. Solche Kommentare lese ich leider auch, wenn es gegen systemd geht und das halte ich für sehr weit her geholt.

Ähm, hier mal eine kleine Kostprobe, ab dem 19. Kommentar gebe unter anderem ich meinen Senf zur Diskussion "systemd Pro&Contra" ab:
https://de.manjaro.org/index.php?topic=2809.15
Abgesehen davon, dass ich vor einem Jahr zu systemd noch weitaus unkritischer eingestellt war, gibt es dort auch interessante Beiträge (von skuril bis hin zu sachbezogen).

Viele Grüße,
  Holger
« Last Edit: 2016/02/23, 14:48:15 by holgerw »

Offline Geier0815

  • User
  • Posts: 590
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #46 on: 2016/02/24, 11:46:32 »
@melmarker,

ich persönlich komme mit systemd soweit über die Runden, auch wenn ich wieder häufiger Dokus und Anleitungen lesen muß. Was mich aber ein bißchen ärgert: Wenn sie merken "da ist ein Fehler bei irgend etwas" warum finde ich dann in vielen Fällen keinen Hinweis darauf wo die Ursache liegt, sondern statt dessen zb diesen dusseligen timeout? Evtl. bin ich ja auch nur zu doof oder hab eine andere Denkweise als die Entwickler von systemd...
Und die steigende Komplexität wirst auch Du sicher nicht abstreiten wollen, oder? Allein wenn ich sehe wie sich systemd übers System verteilt (/lib/systemd, /usr/lib/systemd, /etc/systemd etwas übersehen?) und dann raten darf was wann wo greift, dann darf ich das doch auch mal nicht schön finden? Und das ich eine, auch namentliche, Trennung der Dienste schöner gefunden hätte, sollte doch auch ok sein.
Wie gesagt: Ich komme soweit über die Runden und habe bestimmt nichts gegen die Entwickler, hätte mir aber einige Dinge anders gewünscht. Und um dem gleich vorzubeugen: Ich bin kein großer Programmierer sondern "nur" Admin, von daher kann ich mir da nur wenig selber basteln und muß die Dinge so nehmen wie sie kommen.
Wenn Windows die Lösung ist...
kann ich dann bitte das Problem zurück haben?

Offline melmarker

  • User
  • Posts: 2.799
    • g-com.eu
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #47 on: 2016/02/24, 14:29:30 »
@Geier0815: Das mt dem Probleme erzeugen sehe ich nicht so - aber die Buben sind unfair und kehren die nicht mehr unter den Teppich. Und das richtig penetrant. Und natürlich werden die Probleme dadurch deutlicher wahrgenommen - von jedem. Ich bin da auch manchmal nicht glücklich drüber, da wurden keine Mühen gescheut, Leichen gründlich und tief zu verbuddeln und auf einmal veranstalten da so ein paar Vollpfosten ganz unvorbereitet und nicht genehmigt nen 4. Juli ausserhalb der Planung - und das in permanent. Und auf einmal haben wir wieder ganze Horden von Untoten rumrennen, echt gemein 8)

Und noch gemeiner ist, dass das diesmal wirklich gelöst werden muss, weil man das nicht mehr so schick in irgendwelchen bash-scripts vergraben kann. Nu ja, notgedrungen und unter Protest werden jetzt wirklich von den betroffenen Projekten und Maintainern diese jahrelang kultivierten Probleme gelöst. Das kann dauern und nerven, ist aber so ziemlich der einzige Weg, in den immer komplexer werdenden Sachen wieder Komplexität rauszunehmen, weil auf einmal wieder wesentlich weniger Sonderfälle, böse Hacks und Umwege beachtet werden müssen.

EDIT: Eine ganze Menge an Komplexität kommt dadurch, dass ein paar fehlgeleitete Individuen das Netz mit unbrauchbaren Anleitungen zupflastern, die man nicht befolgen sollte. Bei fast allem, wo forciertes Anschalten von Sachen drinsteht: Nicht anwenden, weitersuchen, da haben wahrscheinlich ein paar Leute irgendwas nicht richtig begriffen. Vor allem sollte man das dann nicht anwenden, wenn es kurz, stimmig und einfach erscheint - dann ist es mit Sicherheit falsch :D
« Last Edit: 2016/02/24, 14:41:16 by melmarker »
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

Offline melmarker

  • User
  • Posts: 2.799
    • g-com.eu
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #48 on: 2016/02/25, 02:36:42 »
@Geier0815: Einen ganz wesentlichen Punkt hab ich natürlich vergessen, wie so oft. Wenn man sich schon die Mühe macht und Sachen analysiert - Fehler melden. Das Team in #debian-systemd ist sehr engagiert und jedem fundiertem Bug und/oder Patch gegenüber aufgeschlossen. Und das sollte auch für jedes andere Paket, was nen eventuell nicht so gut funktionierendes service-File enthält gelten. Melden, melden, melden - das ist die einzige Chance irgendwas in absehbarer Zeit zum Besseren zu bewegen. Und wenn dann eventuell noch ein Patch zur Fehlermeldung gepackt wird, dann erhöht das die Chance nicht unwesentlich, dass das auch angenommen wird. Und ganz wichtig - nichts in diesem Zusammenhang ist so unwichtig, dass man es unter den Teppich kehren oder umgehen sollte - oder auch darauf hoffen, dass es auch anderen Leuten auffällt. OK, der hier war eindeutig, der war wirklich einfach:
* Add breaks/replaces for the new sysvinit-core package (Thanks Alf Gaida)
  (Closes: #733240)

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

Offline ralul

  • User
  • Posts: 1.814
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #49 on: 2016/02/25, 22:02:58 »
@Geier0815, das mit dem doppelten /lib/systemd  +  /usr/lib/systemd
ist wohl eine Debian spezifische Sache. Upstream empfiehlt entweder oder.
Ich finde es mit den zu konfigurierenden Orten bei Systemd sehr einfach:
"/etc/systemd/system"
mehr nicht! Du kannst alles aus
"/lib/systemd/system"
dorthin kopieren und nach Belieben verändern, ganz nach Deinem Geschmack.
Mehr ist es nicht: Es wird bevorzugt, so wie übrigens auch bei
"/etc/udev/rules.d"


experiencing siduction runs better than my gentoo makes me know I know nothing

Offline ralul

  • User
  • Posts: 1.814
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #50 on: 2016/02/25, 22:07:19 »
@melmarker, jetzt aber mal ne Frage an den Kenner:
Gibt es sowas wie den Ort /etc/systemd/system
auch für "systemd --user" ?

Kann ich auch folgendes anlegen, und wirkt das:
/home/me/.systemd/user/lxqt.target
/home/me/.systemd/user/lxqt.target/some-service.service ->/dev/null
experiencing siduction runs better than my gentoo makes me know I know nothing

Offline melmarker

  • User
  • Posts: 2.799
    • g-com.eu
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #51 on: 2016/02/25, 22:53:29 »
nö - kenn ich nicht - und das mit dem kopieren nach /etc/system ist so ungefähr die fragwürdigste Idee, die man haben kann. Aber Linux is about choice, man darf sich damit auch mit Anlauf beide Füsse wegschießen.

Mal ganz ehrlich: etc/systemd wird genau dann mit richtigen Dateien befüllt, wenn man das forciert - damit ist dann der ach so clevere Hobby-Admin, der so einen Scheiss macht, voll dafür verantwortlich. Upstream kann dann Fehler beseitigen, wie er lustig ist, das kommt aber nicht an, weil der clevere Home-Admin das grad zunichte gemacht hat. Hört sich klasse an, kann ich nur empfehlen. Das waren übrigens die Tipps, von denen ich meinte, dass man dann ganz geschwind bei google weitersuchen solle, bis man was gescheites findet.

Sorry, vielleicht ein wenig hart ausgedrückt, aber wer so was macht, verdient auch all die Folgen.
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

Offline ralul

  • User
  • Posts: 1.814
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #52 on: 2016/02/27, 11:14:36 »
@melmarker, Du has völlig recht,
"kopieren" nehme ich zurück.

Ich sollte gesagt haben:
"/etc/systemd" ist der einzige Ort, wo sich ein
Konfigurieren von systemd per Befehl "systemctl"
niederschlägt.

War gedacht als Reaktion auf
Quote from: Geier0815
Und die steigende Komplexität wirst auch Du sicher nicht abstreiten wollen, oder? Allein wenn ich sehe wie sich systemd übers System verteilt
experiencing siduction runs better than my gentoo makes me know I know nothing

Offline bluelupo

  • User
  • Posts: 2.068
    • BluelupoMe
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #53 on: 2016/02/27, 13:07:42 »
Hallo zusammen,

was mich stört an der ganzen Diskussion systemd vs. sysVinit ist das versuchte krampfhafte Festhalten an alten Zöpfen. systemd war längst überfällig um das Bootsystem von Linux von Grund auf zu verbessern.

sysVinit ist angeblich optimal, weil bewährt und auf allen Unixsystemen einsetzbar. Was soll der Vorteil von textbasierten Monster-Logfiles wie /var/log/messages sein, in dem jede Anwendung sich berufen fühlt sein angeblichen "wichtigen" Output abzuladen.

Wieviele Anwendungen gibt es, die Meldungen zB. datenbankbasiert im binären Format ablegen - viele.

Man muss sich halt mit der Thematik befassen, daran scheitert es aber bei vielen die systemd verteufeln. systemd ist bei weitem nicht schwierig zu handhaben, aber es ist halt neu und ungewohnt ;-)
« Last Edit: 2016/02/27, 14:02:13 by bluelupo »

Offline melmarker

  • User
  • Posts: 2.799
    • g-com.eu
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #54 on: 2016/02/27, 13:49:17 »
@bluelupo: danke dafür - in diese Kerbe will ich auch gleich noch mal reinschlagen

Ja, systemd ist recht umfangreicht - und das ist auch gut so. Und wenn es geht, möchte ich das Thema Portabilität hier nicht mehr behandeln müssen. SysV war nie portabel - alle haben ihr eigenes Süppchen gekocht. Und dass ein Initsystem dann mal auch Features des Zielsystems nutzt, die aus Gründen der "Portabilität" in SysV nicht genutzt wurden - klasse. Endlich haben/bekommen wir ein Initsystem, was die Stärken von Linux auch nutzt und vor allem auch benutzt - ist auch nicht weiter tragisch, machen andere unixoide Systeme schon seit Jahren und leben recht glücklich damit:
* solaris: SMF
* OSX: launchd
* BSD: init (Research Unix-style/BSD-style)
* wir: systemd 8)

https://en.wikipedia.org/wiki/Init

und wenn jemand runit, sysvinit, epoch, initng, openrc oder nutzen will, nur zu - why not. BSD hat kein Interesse an Systemd, gut - warum sollte dann Linux interesse and BSD haben. Dafür gibt es Ports von launchd in bsd (unter anderem).

und wenn alle stricke reissen, dann nehme ich bash als PID 1 :P
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

Offline devil

  • Administrator
  • User
  • *****
  • Posts: 4.846
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #55 on: 2016/02/27, 14:13:29 »
Du hast shepherd vergessen :)


greetz
devil

holgerw

  • Guest
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #56 on: 2016/02/27, 14:30:42 »
Hallo zusammen,

was mich stört an der ganzen Diskussion systemd vs. sysVinit ist das versuchte krampfhafte Festhalten an alten Zöpfen. systemd war längst überfällig um das Bootsystem von Linux von Grund auf zu verbessern.

Hallo Michael,

mal zu meiner Haltung dazu: es geht mir gar nicht um systemd versus sysVinit. Denn dass sysVinit Uzulänglichkeiten aufweist, das sehe ich ähnlich, und wenn Leute wie Alf Gaida sich sehr detailliert äußern, sogar eigene Erfahrungen einfließen lassen, sind das meines Erachtens gute Argumente, dass sysVinit überfällig geworden ist, damit gehen wohl die meisten d'accord. Mein Verweis auf sysVinit diente nur dazu, darauf hinzuweisen, dass dieses Init-System mir als Nutzer von Beginn meiner Beschäftigung mit Linux an nicht groß aufgefallen ist, es störte nicht und tat einfach, ähnliches kann ich auch von den Kerneln sagen.

Es ist doch aber so, dass man diese hier öfters erwähnte Überfälligkeit von sysVinit nicht erst seit gestern gesehen hat, der Beginn, an Alternativen zu arbeiten, liegt deutlich weiter zurück als Poetterings Entwürfe zu systemd.

Ich möchte und kann dabei (noch) gar nicht beurteilen, was in bezug auf welche Einzelheiten welche Stärken und Schwächen aufweist, aber es ist einfach nicht richtig, wie oft dargestellt, dass die systemd-Leute die ersten waren, die auf Unzulänglichkeiten von sysVinit reagiert und programmiertechnisch etwas neues gemacht haben.

Quote
sysVinit ist angeblich optimal, weil bewährt und auf allen Unixsystemen einsetzbar. Was soll der Vorteil von textbasierten Monster-Logfiles wie /var/log/messages sein, in dem jede Anwendung sich berufen fühlt sein angeblichen "wichtigen" Output abzuladen.

sysVinit wird sich sicherlich in so mancher Hinsicht in der Vergangenheit bewährt haben, ich denke kaum, dass mit einem behämmerten Init-System, was von Volltrotteln entwickelt worden wäre, Unix und Linux so weit gekommen wären - sorry, aber ich gewinne hier manchmal den Eindruck, als sei sysVinit im Grunde genommen der letzte Schrott, von dem dann Poettering die Linux-Szene befreit hat  :)

Was ich hier öfters lese ist, dass das neue systemd andere dazu "erzieht", keine schlampigen Scripte mehr zu schreiben, was ja im Umkehrschluss bedeutet, dass alle Systeme ohne systemd weiterhin solches dulden. Ich bin nun nicht der große Kenner von Init-Software, aber was das Init-System bei FreeBSD betrifft, ist es ziemlich fehlerintolerant und verlangt eine strenge Syntax, wie ich selbst schon erfahren durfte, als ich mich mal daran versucht habe, etwas eigenes kleines zu scripten.

Quote
Man muss sich halt mit der Thematik befassen, daran scheitert es aber bei vielen die systemd verteufeln. systemd ist bei weitem nicht schwierig zu handhaben, aber es ist halt neu und ungewohnt ;-)

Michael, d'accord, neue Werkzeuge, neue Art der Bedienung  :) Du redest hier aber interessanterweise nur von systemd im Hinblick auf ein neues Init-System: Wenn es das nur wäre, hätten einige Leute weitaus weniger Magenschmerzen damit. systemd ist aber weit mehr als nur ein neues Init-System, es krempelt Teile des  Betriebsystem-Desings einfach mal gerade um. Und das führt unter anderem dann zu so etwas, ich zitiere mich nochmal:

Wissen um die Sache wird durch das Werkzeug systemd teilweise obsolet
a) Beispiel: früher bei manueller DNS Konfiguration
   echo "nameserver 8.8.8.8" > /etc/resolv.conf -> DNS Konfiguration erledigt
Und das geht unter JEDEM freien unixoiden System ohne systemd (Void, MX-Linux, *BSD)
b) bei systemd
   - /etc/resolv.conf ist nur ein Link
  - um die Konfig kümmert sich nun systemd
  - eh, ja, wie denn?
  - siehe systemd und Netzwerk im Arch Wiki (viel Spaß beim Durcharbeiten)
  - huch, bei ceni gibts keine DNS Konfiguration mehr
  - klar, das geht jetzt mit systemd
Mal ganz davon abgesehen: Was hat sich das Init-System systemd um DNS zu scheren? Das nervt einfach.

Ich bin als ambitionierter Nutzer durchaus bereit, bis zu eine gewissen Grade mich auf eine schnelle Entwicklungsdynamik von Werkzeugen einzulassen, und neues dazu zu lernen. Ich bin aber nicht bereit - falls diese Dynamik eine gewisse Schwelle überschreitet - als Nutzer allen neuen Entwicklungen hinter her zu hecheln. Und wenn ich bestimmte Sachen plötzlich, wie in vielen Jahren gelernt, nicht mehr manuell machen kann (siehe etwa DNS aktivieren), reagiere ich verschnupft. Wenn Entwickler meinen, da ihr Ding durchziehen zu müssen - aus welchen Gründen auch immer - dann mögen sie das tun. Ich kann dann als Nutzer freundlich auf solche Entwicklungen hinweisen und darauf hoffen, dass zumindest auch solche Nutzerperspektiven ernst genommen werden. Falls das dann auf taube Ohren stößt, kann ich entweder schmollen und eine Jereminade nach der anderen hier los lassen, oder aber, ich tue mir das einfach nicht weiter an, und suche mir etwas, wo diese Dynamik der Entwicklung von Werkzeugen entweder moderater von statten geht oder aber bei neuen Werkzeugen darauf geachtet wird, dass sie schön überschaubar bleiben. Da gibt es Nischen wie Void (mit runit) oder MX-Linux (noch mit altem sysVinit). Oder aber die anderen Big-Player freier alternativer Betriebsysteme, ich meine die BSD Systeme. Da tut sich übrigens auch etwas beim Init-System, siehe zum Beispiel die Entwicklung von Nosh.

Der Nebeneffekt bei mir, seit ich mich auch mit BSD und nun kürzlich mit Void befasse: Ich lerne plötzlich viel mehr über die Basics von unixoiden Betriebsystemen und kann mir bei Fehlern viel besser selber helfen (das hat übrigens viel mit dem sogenannten KISS Prinzip zu tun, mittlerweile ist mir klar geworden, dass das nicht nur deshalb favorisiert wird, weils so cool ist und Spaß macht).

Viele Grüße,
  Holger

Offline melmarker

  • User
  • Posts: 2.799
    • g-com.eu
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #57 on: 2016/02/27, 16:53:35 »
@holgerw @bluelupo: erm, ich bekomme grad Bauchschmerzen, weiss aber noch nicht wirklich, wo die herkommen werden. Am liebsten wäre mir ROFLMAO
Quote
b) bei systemd
   - /etc/resolv.conf ist nur ein Link
  - um die Konfig kümmert sich nun systemd

Menno - kreativ sein, das ist nicht ein Ding von Systemd, das hat jemand nach Abwägung einiger Sachen mal so entschieden. Der nennt sich dann wohl Maintainer. Näxte Frage: Is das wirklich so?

Und hier haben wir die klassische Sturheit auf allen Seiten, der User, der User, der User, der User, der Maintainer und wem sonst noch. Und ich schau mir das an und frag mich, was das mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Verdammt noch mal, systemd-resolvd ist nicht wirklich ein Teil vom Init. Genausowenig ein Teil vom Init ist systemd-journald. Genausowenig init ist systemd-cron. Wenn ich als ein System mit systemd, aber warum auch immer ohne die daemons laufen lassen möchte - nur zu. Das jounal ist da ne ausnahme, das kann ich aber so konfigurieren, dass es selbst kaum noch was macht und die zu loggenden Sachen direkt an rsyslog oder so weiterreicht. Es gibt dafür sinnvolle Einsatzszenarien.

Und wenn mich der symlink der resolv.conf stört - wech damit und was eigenes hingemalt. Hier verhält sich systemd sehr viel netter als dieses abartige resolvconf, was mir immer meine Änderungen überschrieben hat. Und ich muss auch nicht systemd-timedated nehmen, ich kann das ganz weglassen, ntp nehmen oder sonst was. Mich stört einfach, dass Entscheidungen von Maintainern den Machern von systemd ans Bein genagelt werden. Wirklich.

Und mal zur Realität wie wir sie als Entwickler grad wahrnehmen: Seit einem Monat funktioniert bei unseren live-isos dhcp in sofern nicht mehr richtig, dass Namen nicht aufgelöst werden. Das verantwortliche Teil ist der dhclient - kein Bestandteil von Systemd. Mit diesen Komponenten prügel ich mich seit Jahr und Tag rum, ich hab kein Bock mehr. Und jetzt gibts 2 Varianten: Schauen, ob Systemd da was hat oder Connman nehmen - oder wicd oder sonst was. Halt einen alternativen Daemon, der funktioniert und der nicht notwendigerweise mit systemd mitgeliefert wird. Ne andere Variante gibts natürlich auch - dhclient debuggen und schauen, warum er Mist macht.

Und hier wird eins deutlich: Klar gibt es die Vielfalt immer noch, zum Glück - und selbst innerhalb der Community gehen die Meinungen über die zu verwendenden Komponenten auseinander - auch das ist sehr gut, wenn es funktioniert. Ich für meinen Teil bin da ganz pragmatisch, ich nutze das, was am wenigsten Probleme macht und am Besten gewartet ist - und was mir aus dem Weg geht. In vielen Fällen ist es einer der vielen daemons, die Systemd bereitstellt.

Und zum Abschluss noch mal: Systemd ist ein System von vielen kleinen daemons, die jeweils eine Sache machen - und die meist schon richtig gut und immer besser. Und da die vom selben Projekt, aber unterschiedlichen Menschen programmiert, gewartet und auch integriert werden, kann man davon ausgehen, dass die mit anderen daemons recht gut zusammenspielen, halt der kurze Dienstweg. Und wenn mal eine Komponente aus der Reihe tanzt, dann gibts bei denen im Projekt wahrscheinlich mal einen vor den Latz, solange bist das abgestellt ist. Fein, ging früher™ nicht - mit teils verheerenden Folgen.
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

Offline bluelupo

  • User
  • Posts: 2.068
    • BluelupoMe
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #58 on: 2016/02/27, 17:06:00 »
Hallo Holger,

der Link auf resolv.conf ist doch nur aus Kompatibilitätsgründen da, wozu also die Aufregung ;-)

Melmarker hat die Thematik auf den Punkt gebracht, viele kleine Daemons die eine Sache gut machen (nicht mehr), die auch nach dem KISS-Prinzip arbeiten.

Noch ein "kleiner" feiner Daemon ist übrigengs der "networkd", der seinen Dienst einfach und richtig macht. Keine "Config-Orgien" in der /etc/network/interfaces mehr.

holgerw

  • Guest
Re: [gelöst]suche Aussage zu systemd vs. sysVinit
« Reply #59 on: 2016/02/27, 21:55:54 »
Hallo,

Quote
Und wenn mich der symlink der resolv.conf stört - wech damit und was eigenes hingemalt. Hier verhält sich systemd sehr viel netter als dieses abartige resolvconf, was mir immer meine Änderungen überschrieben hat.

Ähm, ich nutze kein resolconf, ich stelle nur als Nutzer fest, wenn ich etwa siduction flavor lxqt starte:
Klassisches editieren der /etc/resolv.conf geht nicht, weils die nicht mehr gibt.
Und cmst mag es nicht, wenn man kein DHCP mag und manuell Netzwerk konfigurieren möchte, ich zitiere mal aus einem anderen Thread:
Status von cmst:
dhcp ist aktiv
IP4 Adresse ist vorhanden
Netzwerkmaske: 255.255.0.0
Gateway: leer (was ja klar ist, da beim Router kein dhcp eingestellt ist)
Nameserver: leer

Power on auf Power off zu stellen ist keine gute Idee, weil ich dann gar nicht per Konfigurations-Knopf an eine Konfiguration komme, also wieder power on. Das Status Feld ist nun komplett leer.
Ich öffne den Konfigurations-Dialog, trage dann einen Nameserver ein. Zeitserver lasse ich leer. Dann gehe ich auf den Reiter IP4, schalte von DHCP auf Manuell, trage dann eine IP ein, plötzlich ist das Statusfeld nicht mehr leer, es steht dort wieder DHCP, wieder bei IP4 eine Adresse, wieder die Netzwerkmaske 255.255.0.0, Gateway ist leer. Ich trage trotzdem weitere Werte ein, schließe mit OK, das DHCP bleibt hartnäckig dort stehen. Ein Power off und wieder Power on sorgt nun nicht für eine Übernahme meiner manuellen Konfiguration, die wird gnadenlos geleert und klicke ich dann wieder auf den Konfigurtions-Knopf, steht bei IP4 wieder dhcp.

Das Deaktivieren aller Schnittstellen hat auf das Prozedere keinen Einfluss, das oben beschriebene tritt trotzdem auf.

So, und das ist einfach Mist, sorry.

Und bei ceni gibts auch keine DNS Konfig Möglichkeit mehr, woran liegts? Ich vermute mal, dat Teil beginnt mit dem Buchstaben "s" und endet mit "d"  :)

Quote
Noch ein "kleiner" feiner Daemon ist übrigengs der "networkd", der seinen Dienst einfach und richtig macht. Keine "Config-Orgien" in der /etc/network/interfaces mehr.

Nun ja, diese Orgien habe ich erst recht nicht bei der /etc/rc.conf eines anderen sehr feinen Unix Betriebsystems  :)

Quote
Mich stört einfach, dass Entscheidungen von Maintainern den Machern von systemd ans Bein genagelt werden. Wirklich.
Nun ja, Ihr Devs von siduction habt Euch für Debian Sid als Vorlage entschieden mit allen Vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind. Und wir Nutzer finden einen Status Quo vor, mit dem wir umzugehen haben. Wenn also Sachen in Puncto systemd quer laufen, die mit Spezialitäten von Debian zu tun haben, was soll ich als Nutzer dazu sagen? Shit happens  :)

Aber wie Du schonmal in einer Auseinandersetzung zu systemd mir genenüber sagtest:
Quote
Es ist ganz einfach

Das habe ich verstanden  :)

Wie schon gesagt:
1. Solange es mir nicht gefällt, und ich als Nutzer Alternativen habe, nutze ich die.
2. Wenn es mir mal gefällt, gebe ich gerne sofort zu, dass langfristig systemd das richtige Pferd war, auf das Ihr gesetzt habt, damit habe ich gar kein Problem.
3. Wenn systemd andere Init-Systeme verdrängt, und es mir noch immer nicht gefallen mag, gibts BSD.
4. Wenn man bei BSD meint, auch auf systemd umsteigen zu müssen, und mir gefällt es dann immer noch nicht, schlucke ich die Kröte und nehme trotzdem eine freies Betriebsystem - trotz systemd, wie schon geschrieben, bin ich da durchaus pragmatisch eingestellt und sehe das entspannt  :)

Davon abgesehen:
runit ist sehr überschaubar:
http://www.voidlinux.eu/usage/runit/
xbps ist sehr überschaubar:
http://www.voidlinux.eu/usage/xbps/
Wie es bei S.u.S.E schon seit zig Jahren heißt:
Have a lot of fun

Ähm, und bitte nicht missverstehen: Ich mag nach wie vor ein siduction und werde es nach Erscheinen des Final Release 2016.1 sofort installieren, denn trotz aller Auseinandersetzungen:
Ich mag Debian und seine Werkzeuge.
Ich mag das Forum von siduction.
Und ich mag auch die Ecken und Kanten verschiedener Leute hier, trotz systemd, Wer diese Software gut findet, den respektiere ich, es geht um Werkzeuge und nicht mehr.

Viele Grüße,
  Holger
« Last Edit: 2016/02/27, 22:16:22 by holgerw »