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Author Topic: Paketbau Buildservice  (Read 3514 times)

Offline agaida

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Paketbau Buildservice
« on: 2010/10/13, 14:04:50 »
Hi, eine kurze Frage: Hat man bei debian oder im debian-Umfeld die Möglichkeit Pakete extern bauen zu lassen? So in Richtung launchpad, oder etwas wie das AUR von Arch?
There's this special biologist word we use for "stable". It's "dead". ~ Jack Cohen

Offline DonKult

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Paketbau Buildservice
« Reply #1 on: 2010/10/13, 18:53:45 »
Nein, es gibt für Debian (noch) kein Launchpad. Diskussionen gibt es dazu mehr oder minder regelmäßig und auch einige Schritte in diese Richtung, allerdings meist mit der Premisse, dass man mindestens DM für sein muss.

Das Problem ist ja, dass man die Hardware erstmal haben muss auf der diese Buildserver überhaupt laufen. Debian ist da momentan mehr bemüht für seine 12+ Architecturen genug Buildserver zu haben um das aktuelle Archive zu bauen - ab und an will man ja auch nicht nur die neuen Pakete bauen sondern auch mal eine kompletten Rebuild anstrengen um neue gcc Versionen anzutesten und ähnliches. Dazu kommen noch einige Porterboxen, die auch häufig mit compilieren beschäftigt sind, aber keine richtigen buildserver sind und natürlich Hardware die die "sonstige" Infrastruktur tragen muss.

Wenn man kein Geld verdient muss man mit dem was man geschenkt bekommt eben sauber haushalten und realweltliche Entwicklertreffen werden da aktuell (sehr viel) höher eingeschätzt als schnöde neue Hardware - auch weil es einmal kosten sind während man Hardware ja auch irgendwo unterbingen und versorgen muss.

Offene Archive wie launchpad ppa bringen neben den Hardwaresachen aber auch soziale Probleme: Wer garantiert, dass keine rechtlich bedenklichen Sachen in die Pakete kommen - diese Aufgabe übernimmt der ftp-master für das main-Archive -, wer sorgt für die Sicherheit der Systeme, den so ein Paket könnte ja versuchen den buildserver zu infizieren (der Ausbruch aus einem chroot ist ja nicht unmöglich) und was wird aus der Qualität für die Debian steht?
Mit Paketen in launchpad gibt es nicht selten arge Probleme, da sich einige "Maintainer" überhaupt nicht um einen sauberen Upgradepfad kümmern (als APT Upstream kann ich da ein Liedchen von singen…) und nicht selten heißt es da: Aber das Paket kommt doch von Ubuntu! Was ein Schei…benkleister!


(AUR ist meines wissens doch nur die Bauanweisungen - der richtige Bau erledigt der Anwender selbst - und es gibt Archivemaster, die diese Bauanweisungen erst absegnen müssen bevor sie im Archive landen -- richtig?)


P.S.: SuSe hat glaub ich einen omnipotenten Buildservice, der Pakete für so ziemlich alles baut (Distributionsmäßig gesehen). Inwiefern das gut ist weiß ich allerdings nicht…
MfG. DonKult
\"Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen, die Stille wäre unerträglich.\" ~ unbekannter Autor

Offline agaida

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Paketbau Buildservice
« Reply #2 on: 2010/10/13, 19:45:17 »
Quote
>(AUR ist meines wissens doch nur die Bauanweisungen - der richtige Bau erledigt der Anwender selbst - und es gibt Archivemaster, die diese Bauanweisungen erst absegnen müssen bevor sie im Archive landen -- richtig?)

Genau so, es ist aber noch schlimmer als Du denkst. Ein Paket aus dem Aur kann alles sein, Tarball mit nicht spezifiziertem Inhalt halt. Es finden sich Sourcen, Links auf Source, Rpms und debs, jedwede RCS-Software. Alles halt, was man in einen Tarball reinpacken kann. Die einzige Sicherheit ist, dass Bots die Anmeldeprocedure nicht beherrschen und beigefügte Files auf Gültigkeit geprüft werden. Jeder der sic im AUR bedient, sollte die Gefahren kennen. Wenn nicht, Pech gehabt. Da tröstet dann auch keiner.

Es ist halt nur tierisch bequem und man muss nicht bei jedem Programmierfitzel das Rad neu erfinden. Alle Quellpakete aus dem Aur landen in der Paktetverwaltung und das ist gegen ./configure, make, make install ein meilenweiter Fortschritt. Das bedeutet also, dass ich mir mein eigenes Repository klöppeln muss oder sehe ich das falsch?
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Offline devil

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Paketbau Buildservice
« Reply #3 on: 2010/10/13, 20:12:02 »
./configure, make, make install wursteln ja auch am paketmanagenment vorbei. checkinstall anstatt make install bezieht zumindest dpkg mit ein, indem es einfach gestrickte deb-pakete erstellt. wenn du nicht wert darauf legst, dass deine erstellten debs den debian guidelines entsprechen und du sie nicht weitergeben willst, kann das ausreichen. ein saubererer weg ist pbuilder, welches eine (jeweils) saubere sid-chroot erstellt, wo deine pakete gebaut werden. wozu du in dem zusammenhang ein lokales repo willst ist mir nicht ganz klar. aber sowas geht mit reprepro auch recht schmerzfrei.

greetz
devil

Offline agaida

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Paketbau Buildservice
« Reply #4 on: 2010/10/13, 20:57:05 »
Kein lokales, ein zentrales Eigenes. Ich habe es gestern beim Einrichten schon gemerkt, dass ich einige Sachen aus Ubuntu nicht auf debian übertragen kann. Dazu gehört mein eigener XServer, der für Ati gepatcht ist, Zim als eigenes Paket, obwohl das bei Python recht wertfrei ist, Geany aus der Entwicklung, Gimp, Inkscape, Openoffice, Scribus, natürlich alle mit mehr oder weniger Abhängigkeiten, die auch selbst angepasst sind und aktuell gehalten werden. Dazu kommen noch einige Bezahltools wie Smartgit etc. pp. Bisher habe ich diese mehr oder weniger privaten Spielereien auf Launchpad gestellt und konnte am nächsten Tag oder bei der nächsten Benutzung meine restlichen Rechner aktualisieren, wo dieses Repo eingebunden war. Bei Arch habe ich für so was das AUR. OK. Openoffice mal aussen vor, den Rest will ich schon aktuell haben, in der Version, die ich für mich getestet und für gut befunden habe. Einige der aufgeführten Sachen werden wegfallen, da SID wesentlich aktueller (und mein Eindruck - fehlerfreier) ist als Ubuntu, einige Sachen werden dazukommen.

PBuilder habe ich schon mal angetestet, da muss ich mich noch mal hinsetzen, bis ich genau weiss, was ich tue. Ca. 30% von dem was das für mich bedeutet, habe ich begriffen, der Rest ist Baustelle. Checkinstall ist nicht mein Fall, bisher habe ich meine Sachen so gebaut, dass die durch den debian Way der Paketerstellung anstandslos durchgingen. Die Flüche beim lernen will ich hier nicht erwähnen. Lokal bauen ist keine Alternative, insgesamt sind das bis jetzt 7 Rechner (+ einige VMs und Teststände), die auf dem selben Paketstand sein sollen, also brauche ich eine zentrale Verwaltung für das eigene Zeug. Sprich bauen, bereitstellen - Rest apt.

Dass der Wechsel näher an Debian heran sowohl Vorteile, als auch Nachteile mit sich bringt, war mir klar. Alle anderen Varianten waren aber noch weniger interessant. Die Idee, die Server auf debian zu fahren, hatte ich schon länger, allein es fehlte das Wissen und der finale Anreiz, diesen Schritt zu machen. Ich habe auch von Leuten gehört, die Server auf Arch oder Gentoo fahren - das ist aber keinesfalls mein Ding. CentOS oder Suse wäre für die Server auch eine Variante gewesen, dabei hat sich aber herausgestellt, dass ich mit CentOS aufgrund der sehr konservativen Paketauswahl nicht glücklich würde. Mit Suse bin ich insgesamt nicht glücklich geworden. Debian war das einzige, was passte, wenn auch nicht unbedingt der stable-Zweig. Das ist dann aber abhängig vom Einzelfall. Für den Desktop hatte ich schon vor einiger Zeit ein Auge auf Sidux geworfen. Bis vor einem virtel Jahr war aber KDE für mich relativ no go. Von den Namen Aptosid hatte ich noch nie was gehört - woher auch, aber Google hat mich dann aufgeklärt.

Also war jetzt genau der richtig Zeitpunkt für einen Wechsel. Alles passt perfekt zusammen, der Einzige, der sich an die neuen Verhältnisse noch gewöhnen muss, bin ich selbst.
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Offline devil

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Paketbau Buildservice
« Reply #5 on: 2010/10/13, 23:15:29 »
zumindest für inkscape gibts reguläre weekly builds von unserem art-team auf http://art.aptosid.com/
das könntest du auch in ein approx oder apt-cacher-ng oder so was einbinden (weniger arbeit als reprepro)
ansonsten hab ich keine bedenken dass du den umstieg schaffst :)

greetz
devil

Offline agaida

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Paketbau Buildservice
« Reply #6 on: 2010/10/13, 23:45:33 »
Sehr gute Neuigkeiten. Danke. Meinen ersten XServer hab ich dann auch schon  mal gebaut. Immer das erste bei jeder neuen Distribution.
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Offline devil

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Paketbau Buildservice
« Reply #7 on: 2010/10/14, 00:32:37 »
was inkscape angeht, war ich nicht ganz auf dem laufenden: die aktuellsten builds gibts im frickelplatz repo von towo.
Code: [Select]
deb http://frickelplatz.de/debian/ sid main contrib non-free
apt-get update && apt-get install frickelplatz-keyrings frickelplatz-archive-keyring


greetz
devil