http://www.pro-linux.de/news/1/19210/stallman-ubuntu-ist-spyware.html
Kommentare sind auch interessant.
Und wer macht sich jetzt die Mühe, dem Stallmann zu erklären, was Spyware ist?
naja, wenn es richtig ist daß Ubuntu standardmäßig Daten seiner Nutzer sammelt (zu welchem Zweck?) ohne dies explizit und deutlich jedesmal zur Kenntnis zu bringen (so wenigstens hab ich den Kontext verstanden) dürfte der Gebrauch des Begriffs doch in diesem Fall zutreffend sein?
Ein generelles Einverständnis über Nutzungsbedingeungen usw finde ich -je nach Art der Daten die gesammelt werden- nicht als ausreichend.
Im Kontext des Artikels fühle ich mich da doch sehr an "Windows telefoniert mit zu Hause" erinnert.
Und wenn ich bei mir lokal was suche und per default die Amazonsuche zugeschaltet bekomme... ohne Worte
Hmm ... ok, ich habe gerade nochmal über den Begriff nachgedacht ... der Umstand, dass ich von der "Datenlieferung" an Amazon weiss, heisst natürlich nicht, dass jeder Neuuser das auch weiss. Und der Umstand, dass es abschaltbar ist, macht das natürlich auch nur bedingt besser.
Zur (Un-)freiheit nach Definition eines RMS hingegen habe ich meine ganz eigene Meinung und seine Einstellung dazu schneidet da nicht immer gut ab.
Zitat von: "cryptosteve"
Zur (Un-)freiheit nach Definition eines RMS hingegen habe ich meine ganz eigene Meinung und seine Einstellung dazu schneidet da nicht immer gut ab.
Da bin ich auch deutlich weniger extremistisch eingestellt, seine Meinung zu proprietärer Software halte ich zwar grundsätzlich für richtig, aber solange wir nicht in einer perfekten Welt leben müssen halt Kompromisse mit der Benutzbarkeit her.
Hier ist übrigens der Link zu dem entsprechenden
Blog-Beitrag (http://www.fsf.org/blogs/rms/ubuntu-spyware-what-to-do)
Zitat von: "ayla"Da bin ich auch deutlich weniger extremistisch eingestellt, seine Meinung zu proprietärer Software halte ich zwar grundsätzlich für richtig, aber solange wir nicht in einer perfekten Welt leben müssen halt Kompromisse mit der Benutzbarkeit her.
Naja, es gibt haufenweise Software, die freier ist als das, was RMS allzu gerne propagiert.
Auf proprietären Kram kann man bei Bedarf ja gerne verzichten, sofern es die Benutzbarkeit nicht allzu sehr einschränkt.
Hallo,
schwierig finde ich bei solchen Themen immer, dass die Kritik meist erst bei der Software auf dem Computer anfängt. Da hatte Luther schon recht: An was man sein Herz hängt, das wird zu einem Gott und auf Biegen und Brechen verteidigt. Gerade zu naiv ist der Freiheitsbegriff bei solchen Diskussionen. Wenn der konsequente Nutzen freier Software in bezug auf die zu erledingende Angelegenheit zu massiven Einschränkungen führt, kann von mehr Freiheit für mich wohl kaum noch die Rede sein.
Ich nutze seit kurzer Zeit neben OpenSUSE und siduction auch kubuntu 12.04 LTS. Es ist die einzige größere Distribution, die standardmäßig das noch ordentlich funktionierende digikam 2.5.0 ausliefert - ab Version 2.6 gibt es diverse Schwierigkeiten mit verschiedenen Verbesserungswerkzeugen, die auch mit der Beta von 3.0 noch nicht ausgeräumt sind. Nun kann ich 2.5 auch in das aktuelle OpenSUSE oder gar Debian hinein frickeln, das führt jedoch zu Schwierigkeiten mit dem Paketmanagement.
Zu RMS und seinen Positionen: Es muss vermutlich Leute geben, die manch extreme Position konsequent vertreten, um etwas zu verändern. Wie weit man dabei geht, sich solchen Positionen anzuschließen, die natürlich an verschiedenen Stellen auch zu Widersprüchen führen können, muss jeder selbst entscheiden.
Viele Grüße,
Holger
Zitat von: "holgerw".....
Zu RMS und seinen Positionen: Es muss vermutlich Leute geben, die manch extreme Position konsequent vertreten, um etwas zu verändern. Wie weit man dabei geht, sich solchen Positionen anzuschließen, die natürlich an verschiedenen Stellen auch zu Widersprüchen führen können, muss jeder selbst entscheiden.
Viele Grüße,
Holger
Besser kann man das wohl nicht mehr formulieren
+1
Didi
Seine Art, sich in den Mittelpunkt zu stellen und seine extremen und oft praxisfremden Ansichten sind nicht jedermanns Sache. aber wie Holger schon sagte, nur durch diese Überhöhung erreicht er etwas.
Ohne ihn und die FSF stünde Linux und Freie Software heute ärmer da.
RMS for president ;)
greetz
devil
Übertreibungen sind ein recht glitschiges brett, aber auch bei mir war es der erste gedanke: Nur oder zumindest vor allem durch seine konseqente (wenn auch nicht immer praxistaugliche) haltung (argumentation und handlung) ist freie software heute leichter zu erhalten als freibier ;-) .
Und BTW, er hat den gcc auf den weg gebracht ohne den freier quellcode nicht mehr wäre als eine akademische fingerübung für irgendwelche ablagen.
Grundsätzliche Zustimmung zu dem in den Beiträgen vorher gesagten.
Nur durch deutliches und klares Herausstellen der Position kann etwas erreicht werden.
Es sind aber gerade diese Überhöhungen die ihn so umstritten machen und ich denke auch oft, wenn ich mal ein Video mit ihm als Diskussionsteilnehmer sehe, er könnte doch mit den Nerven seiner Diskussionspartner etwas schonender umgehen.
Andererseits vertritt er seine und die Position der FSF offen und klar, was man von seinen Diskussions"partnern" -ob jetzt in offener Runde oder auf dem medialen "Schlachtfeld"- oft nicht so ganz behaupten kann.
Zu dem Thema "Kommerzialisierung des Desktops" kann -mMn- aber von Überhöhung keine Rede sein.
Kommerzielle Werbung hat für mich bei Linux -auf'm Desktop- überhaupt nix verloren, beim Betrieb eines Forums z.B. -unaufdringlich- einen Sponsor zu nennen ist eine ganz andere Sache. Dies auch noch mit der lokalen! Suche zu koppeln, dafür hat Canonical mehr als eine heftige Watsche verdient.
Und eine Empfehlung von Ubuntu kann ich damit sowieso nicht mehr abgeben wenn ich nicht gleichzeitig Werbung für Amazon machen will und vor möglichem Datenabgriff warnen muß.
Zitat von: "michaa7"Und BTW, er hat den gcc auf den weg gebracht ohne den freier quellcode nicht mehr wäre als eine akademische fingerübung für irgendwelche ablagen.
Könntest Du das etwas genauer umschreiben bzw. erläutern?
http://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Compiler_Collection
Genauer, nicht ungenauer.
Und zum Person Stallman: Der Mann ist ein (notwendiges?) Übel, manchmal habe ich den Eindruck, dass er mehr Schaden anrichtet als Gutes tut. Das sind mir solche Leute wie Linus T. lieber. Eine provokative Frage, die sich mir manchmal stellt ist: Wo wäre Linux heute, wenn es Personen wie Stallman nicht geben würde. Kann man leider so nicht beantworten.
Immer, wenn ich an seine neusten Ergüsse lese, frage ich mich, was aus seinen Ideen geworden wäre, wenn nicht zufälligerweise mal jemand was Brauchbares als Basis für diese Ideen geschaffen hätte: Einen funktionierenden Kernel z.B.
Und noch eine Frage stellt sich dann in diesem Zusammenhang: WZT ist dann der Kernel GPL2, ist Linus einfach zu sehr Realist, sich diesen teilweise spinnerten "Visionen" Stallmans anzuschließen?
cryptosteve:
ZitatIn an effort to bootstrap the GNU Operating System, Richard Stallman asked Andrew S. Tanenbaum, the author of the Amsterdam Compiler Kit (also known as the Free University Compiler Kit) if he could use that software for GNU. When Tanenbaum told him that while the University was free, the compiler was not, Stallman decided to write his own.[9] Richard Stallman's initial plan[10] was to rewrite an existing compiler from Lawrence Livermore Lab from Pastel to C with some help from Len Tower and others.[11] Stallman wrote a new C front end for the Livermore compiler but then realized that it required megabytes of stack space, an impossibility on a 68000 Unix system with only 64K, and concluded he would have to write a new compiler from scratch.[10] None of the Pastel compiler code ended up in GCC, though Stallman did use the C front end he had written.[10]
Zitat von: "cryptosteve"...
Könntest Du das etwas genauer umschreiben bzw. erläutern?
Nun, ich schreibe dies aus dem gedächtnis:
Es gab da vor längerer zeit (1-2 jahre) mal nen artikel, der sich relativ ausführlich über den werdegang freier (=quelloffener + weitergabe) software beschäftigte. Darin wurde aufgezeigt, wie im akademischen umfeld in den kindertagen der computerei der austausch von software sich wandelte von zunächst ganz selbstvertändlicher weitergabe nur des quellcodes (was *notwendig* war, weil damals die mainframes sehr individuelle anpassungen notwendig machten) hin zur restriktiveren verteilungsmechanismen (binärdateien, quellcode nur auf anfrage bis hin zur lizensierung). Alle details weiß ich nicht mehr, aber es wurde deutlich, dass die vorenthaltung des quellcodes zumindest bei einigen leuten zunächst zu verwunderung führte. Andere sahen darin jedoch eine einnahmequelle. RMS hat sehr schnell sehr weit nach vorne geblickt. Ob es nun im einzelnen prinzipien waren oder aufkommende lizenzrechtliche einschränkungen (der verfügbaren compiler), oder beides, jedenfalls führte diese situation dazu, dass er sowohl emacs als auch gcc als möglichkeit auf den weg brachte, quellcode ohne jede einschränkung weiterhin überhaupt erstellen und übersetzen zu können. Dass er dies machte bescherte ihm schon damals nicht nur freunde.
Auf die schnelle habe ich den artikel nicht wiedergefunden, die wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman
beschreibt dies ähnlich, besonders im abschnitt: MIT und GNU-Projekt :
Zitat... gab es in der Softwarebranche einen aus Stallmans Sicht entscheidenden Wandel: Viele Firmen begannen, Software nicht mehr in der bis dahin weitgehend üblichen Form von Quelltexten auszuliefern, sondern in Form eines rein maschinenlesbaren Formates, dem sogenannten binären Format. Auch statteten von nun an einige Firmen ihre Software mit Lizenzen aus, die es den Anwendern verboten, die Programme weiterzuverteilen oder die Programme selbst zu verändern.
ja, aber warum wäre ohne den freier quellcode nicht mehr wäre als eine akademische fingerübung für irgendwelche ablagen.?
Freie Software ist ja nun weit mehr als GNU ...
Zitat von: "cryptosteve"...
Freie Software ist ja nun weit mehr als GNU ...
Heute ja.
Mal schnell nach "apache compiler" gegoogelt:
http://httpd.apache.org/docs/2.2/install.html
ZitatAnforderungen:
...
ANSI-C-Compiler und Generierungswerkzeuge
Stellen Sie sicher, dass Sie einen ANSI-C Compiler installiert haben. Der GNU C Compiler (GCC) der Free Software Foundation (FSF) ist empfehlenswert. Wenn Sie den GCC nicht besitzen, stellen Sie zumindest sicher, dass der Compiler Ihres Anbieters ANSI-kompatibel ist. Außerdem muss Ihr PATH wesentliche Generierungswerkzeuge wie make enthalten.
Anstatt mal irgendein echtes Argument beizubringen, wirft hier jeder irgendwie nur kontextlose Snippets ab. Das ist mir irgendwie zu anstrengend heute.
Zitat von: "cryptosteve"...wirft hier jeder irgendwie nur kontextlose Snippets ab....
schlechte laune heute?
Ohne Kompiler keine freie Software, ohne freien oder offenen Quelltext keine freie Software. So einfach ist das.
Und wenn man für den Scheiss bezahlen muss, dann kann man 99 % der Autoren ganz einfach wegstreichen, weil sich das kein Privatmann mehr leisten kann. Von daher ist das Gnu-Projekt schon sehr wichtig. Ein paar andere Kleinigkeiten brauchts auch noch. Ohne vi, nano, less etcpp in freier oder offener Lizenz wird es ebenfalls sehr schwierig, irgendwas sinnvolles anzustellen.
EDIT: Ich vermute bei Stallman aber noch andere Gründe für seine Biestigkeit. Mark S. sponsert sein Ubuntu aus der Portokasse, irgendwo kann man ja das Budget nachlesen. Ich glaube nicht wirklich, dass die FSF diese Mittel zur Verfügung hat. Das macht Ubuntu und Mark S. sehr unabhängig von äusseren Einflüssen.
Und diesen Zustand nennt man dann wohl Sozialneid. Stallman träumt wahrscheinlich davon, auch mal so viel Kohle verbraten zu können - die ihm aber keiner gibt. Warum auch. Das kann einen auf Dauer schon leicht verbittern
Meine Meinung ist, es braucht Menschen die extreme Positionen vertreten, sonst tut sich in unserer westlichen Gesellschaft nichts mehr. Ab und an muss man diverse Menschen verbal eins vor dem Latz knallen, wie Stallman das praktiziert.
Linus ist zwar ein genialer Organisator bringt aber Linux in seiner Gesamtheit gegenüber kommerziellen Betriebssystemen nicht weiter.