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Siduction Forum => Free Speech => Thema gestartet von: ayla in 2014/05/16, 07:27:40

Titel: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/16, 07:27:40
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Auch-Firefox-zukuenftig-mit-Multimedia-Kopierschutz-2190512.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.rdf

:(

Muss ich mich wohl von meinem meistgenutzten Proggi verabschieden.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ReinerS in 2014/05/16, 09:05:05
Tja, scheint so. Schätze das wird die Verbreitung etwas zurückfahren.

Grüße

Reiner

Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: bluelupo in 2014/05/16, 09:51:33
Hallo zusammen,
so wie ich das lese unterstüzen dies anderen Browser bereits alle schon. Ich vermutete keiner hat den Mum sich gegen die DRM-Allianz zu stellen. Schade das hier wieder alle einknicken.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: devil in 2014/05/16, 14:28:32
Ich würde das differenziert betrachten wollen. Mozilla kann gar nicht anders als mitmachen, auch wenn Herr Stallman das anders sieht. Mozilla sind die einzigen, die dem Content Decryption Module (CDM) durch einen Wrapper Einhalt gebieten und das Ganze in eine Sandbox sperren.


Zudem wird Firefox der einzige der großen Browser sein, die ein opt-out (leider kein opt-in) ermöglichen. Wie das mit Iceweasel aussehen wird, weiß noch niemand. Die Bösen, wenn überhaupt, sind hier die Content-Anbieter. Generell muss man denen zugestehen, ihre Inhalte schützen zu dürfen, wie sie das tun ist die Crux bei der Geschichte.


greetz
devil
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: bluelupo in 2014/05/16, 18:07:27
Zitat von: devil in 2014/05/16, 14:28:32
Ich würde das differenziert betrachten wollen. Mozilla kann gar nicht anders als mitmachen, auch wenn Herr Stallman das anders sieht. Mozilla sind die einzigen, die dem Content Decryption Module (CDM) durch einen Wrapper Einhalt gebieten und das Ganze in eine Sandbox sperren.
...da muss ich dir wiedersprechen, Mozilla kann sehr wohl, denn sie stellen eine gewisse "Marktmacht" dar. Die Contentanbieter sollen sich einen anderen Weg suchen meiner Meinung nach. Die Bowser hier zu "verbiegen" ist definitiv der falsche Weg. Ich verstehe nicht ganz was eine Sandbox an der Thematik verbessern sollte, DRM ist weiterhin präsent.

Zitat von: devil in 2014/05/16, 14:28:32
Zudem wird Firefox der einzige der großen Browser sein, die ein opt-out (leider kein opt-in) ermöglichen. Wie das mit Iceweasel aussehen wird, weiß noch niemand. Die Bösen, wenn überhaupt, sind hier die Content-Anbieter. Generell muss man denen zugestehen, ihre Inhalte schützen zu dürfen, wie sie das tun ist die Crux bei der Geschichte.
Den Contentanbietern gestehe ich nichts zu, wenn sie das über DRM in den Markt drücken wollen. DRM ist und bleibt eine Gängelegung und Enteignung der Anwender, egal ob bei Hard- oder Software eingesetzt.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: devil in 2014/05/16, 18:13:14
Zitat...da muss ich dir wiedersprechen, Mozilla kann sehr wohl, denn sie stellen eine gewisse "Marktmacht" dar.
Würdest Du, wenn es Dein Unternehmen wäre, das Risiko eingehen? Wenn es bei den Anwendern um ihre Videos geht, da kennen die nix und vergessen alles wofür Linux steht und lassen ihren früheren Lieblingsbrowser mal eben in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Chrome hat Firefox eh schon genügend Prozentpunkte abgejagt die letzen drei Jahre.


greetz
devil
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/16, 18:23:13
Der springende Punkt für mich ist hier wie DRM benutzt wird.

Jeder hat natürlich das Recht für seine Arbeit eine Gegenleistung zu erhalten und Raubkopien zu erschweren... ok.

Wenn ich mir einen Film ausleihen will bin ich bereit dafür eine Leihgebühr zu bezahlen und eine Befristung zu akzeptieren.

Wenn ich mir den gleichen Film kaufe hat aber niemand das Recht mir mein Recht zu nehmen diesen Film wann und auf welchem Gerät ich will abzuspielen. Genau das soll aber mit DRM erreicht werden, warum auch immer.

Wenn ich mir dieses CDM also wie ein Plugin installieren kann oder auch nicht und mir dann irgendwelche Inhalte halt nicht anschauen kann, ok, dann kann ich damit leben. Obwohl ich es sehr daneben finde dass ein open source Projekt diesen Mist unterstützt und wenn ich eine Alternative finde werde ich eine benutzen die dies nicht unterstützt. Seit heute ist Rekong bei mir mal testweise installiert, mal sehen ob ich damit klar komme, wenn ja, mal sehen wie dessen Macher mit dem Thema umgehen.

Gruß
ayla
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: bluelupo in 2014/05/16, 18:57:56
Zitat von: ayla in 2014/05/16, 18:23:13
Der springende Punkt für mich ist hier wie DRM benutzt wird.

Jeder hat natürlich das Recht für seine Arbeit eine Gegenleistung zu erhalten und Raubkopien zu erschweren... ok.

Wenn ich mir einen Film ausleihen will bin ich bereit dafür eine Leihgebühr zu bezahlen und eine Befristung zu akzeptieren.
...klar dafür bin auch. Jeder soll für seine Arbeit eine Gegenleistung in Form von Bezahlung bekommen aber das geht auch ohne DRM.

Zitat von: ayla in 2014/05/16, 18:23:13
Wenn ich mir den gleichen Film kaufe hat aber niemand das Recht mir mein Recht zu nehmen diesen Film wann und auf welchem Gerät ich will abzuspielen. Genau das soll aber mit DRM erreicht werden, warum auch immer.
Da kann ich dir nur beipflichten. Wenn ich etwas kaufe ist das mein Eigentum. Mit DRM wird mir ein äußert beschränktes Nutzungsrecht eingeräumt und das auch nur für einen bestimmten Zeitraum.

Zitat von: ayla in 2014/05/16, 18:23:13
[...]
Obwohl ich es sehr daneben finde dass ein open source Projekt diesen Mist unterstützt und wenn ich eine Alternative finde werde ich eine benutzen die dies nicht unterstützt.
[...]
DRM hat in der Opensourcewelt nichts zu suchen und genau deswegen werde ich mir auch Alternativen suchen.

Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/16, 19:09:46
Was für mich halt noch dazukommt ist die Philosophie dahinter.


Jeder Nutzer/Käufer wird behandelt als wolle er irgendwas illegales mit seinem erworbenen Produkt anstellen.


Wer ginge denn in einen Laden einkaufen wo er beim Betreten und Verlassen erst mal gründlich durchsucht wird weil er ja was schädliches reinbringen oder was klauen könnte...
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: melmarker in 2014/05/17, 00:31:44
Ich würde das nicht so eng sehen wollen und muss leider zugeben, dass Mozilla wahrscheinlich recht hat mit dem,  was sie so treiben. $normaluser ist der ganze Zirkus so was von egal - und $normaluser ist die Zielgruppe. 

Mit anderen Worten: Es ist vollkommen wurst, ob einem bestimmte Entscheidungen nicht gefallen, man ist ja nicht gezwungen, diesen Irrsinn mitzumachen, zu nutzen oder zu unterstützen. Handelt man aber mit sich im Reinen und "politisch korrekt", dann passiert eins: Die User rennen einem weg und man ist Buhmann. Is man so auch, aber bei weniger Leuten 8)

Irgendwie erinnert mich die ganze Diskussion an debian und non-free repos. In der Theorie ist es ja ganz nett, dass alles Free and Open Source sein soll. In der Praxis aber kotzt $user, wenn wlan oder Grafik nicht gehen, weil es ja eine einfache und praktikable Lösung gibt. Politik, Richtigkeit, Grundsätze etc. interessieren nicht mehr die Bohne, wenn es an die eigene Bequemlichkeit geht und ein Content nicht angezeigt wird, den man wirklich sehen möchte. Man nennt diese Situation frei nach Joseph Heller auch IKS-Haken oder Catch-22.

Ist nur meine eigene Meinung, aber ausnahmsweise hat $user hier vollkommen recht. $user hat das Recht, allen Schwachsinn zu wollen, den $industrie ihm aufs Auge drückt. Wir haben auch vollkommen recht, das anders zu sehen. Was nun zu einem kleinen Problem mit all diesen Techniken führt: Debian wird das Zeug nach non-free verbannen und wir werden es nicht auf unsere ISOs packen, da non-free. Und genau so werden wir es wohl mit jedem Paket handhaben müssen und auch wollen, was durch Blobs "verunreinigt" werden soll. Anderenfalls können wir die Kompatibilität zu dfsg vergessen - und wenn ich das richtig verstanden habe, wollen wir das nicht.

Das führt zu einem klitzekleinen Problem in der Argumentation: $user wird uns anpinkeln, dass wir schuld sind, wenn Dinge nicht funktionieren. Wir müssen $user verklickern, dass die Dinge nicht funktionieren, weil wir nur sein Bestes wollen und uns seine Meinung zu dieser Problematik zwar interessiert, aber nun wirklich nicht so weit, dass wir einen Millimeter von unserer Haltung abweichen. Ebenfalls zu seinem Besten. Wenn $user dann noch nicht die Schnauze voll hat von uns, wird er den dfsg lesen und darin finden, dass $user im Mittelpunkt steht. :D - Und genau ab diesem Punkt wird die Diskussion dann lächerlich.

Vielleicht sollten wir einen dicken fetten Wiki-Eintrag machen:
,,Warum beide Seiten recht haben. - Warum es als 'userfriendly distribution' notwendig ist, Benutzern in den Arsch zu treten"

Das würde uns in Zukunft viele sinnbefreite Diskussionen ersparen. BTW: Das ist jetzt keine Polemik und ernst gemeint. Die Lage wird sich in Zukunft nicht entspannen, bei Treibern und Software wahrscheinlich – bei  Content auf keinen Fall.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/17, 08:21:05
Es nicht ganz so eng zu sehen ist eine Sache. Ich muß ja auch zugeben daß ich meine kleinen Flashgames im Browser mag und es mich nervt wenn die nicht funktionieren... Andererseits halte ich die dsfg für gut und richtig. $User sollte die Wahl haben ob er sich was installieren will oder nicht, aber er sollte ein (möglichst vollkommen) freies System wenigstens angeboten bekommen. Das kann er sich dann ja verbiegen wie er möchte, bzw im Hardwarebereich schauen daß er mit freier Software funktionierende Hardware einkauft oder halt mit den kleinen Tücken lebt die nvidia, amd und diverse WLAN-Hersteller so "mitliefern".


Bei DRM hört für mich der Spaß einfach auf. Wie bluelupo schon sagte: Das hat in der open source Welt einfach nichts zu suchen. Hardware so zu bauen daß der Käufer Einschränkungen in der Funktionalität gleich mitkauft -und auch noch bezahlt- nur um angeblich zu erreichen daß Raubkopien erschwert werden... Funktioniert sowieso nicht, wenn ich das will kann ich das Signal irgendwo abgreifen wo es bereits entschlüsselt ist und als Profi treib' ich halt den Aufwand.


Mir dann als $user auch noch eine Software zu installieren die meine "freie" Kiste DRM-kompatibel macht und das auch noch als default, wenn auch abwählbar, wenn ich's richtig verstanden habe -nee, brauch ich nicht wirklich.


Wenn die Contentindustrie Kohle schaufeln will, gerne, sie hat das Recht dazu, aber nicht auf meinem Rücken. Ich will funktionale Soft- und Hardware und wenn ich was ausprobieren will möchte ich das auch können und nicht von meinem CD-Player -oder Browser- verboten bekommen mir einen Sampler aus mehreren CD's für's Auto herzustellen, die dessen Player dann sowieso nicht abspielen würde, weil einmal zuviel kopiert. CD gerne durch usb-Stick oder Streaming Inhalt ersetzbar.


Und wenn Firefox da meint mitziehen zu müssen, ich hab' eh schon viel zu lange keine anderen Browser mehr ausprobiert.


Gruß
ayla


(gelesen und geschrieben in einem erstaunlich schnellen Rekonq :) -der meine Flashgames nicht mag :( )
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: melmarker in 2014/05/17, 11:20:15
Und nu  muss ich doch auf einen Punkt eingehen, den ich im letzten Post einfach mal weggelassen hab: Was sollen die Jungens bei Mozilla, Google, Opera? und auch MS machen - und alle anderen Leute, die an Browsern basteln. Die Spezifikation ist halt so beschlossen worden, im Gegensatz zu anderen Sachen, die immer noch nur als Draft vorliegen. Allein durch den Beschluss hat sich die Content-Industrie einen Wunsch erfüllt. Und alle Leute, die jetzt auf den Browseranbietern, egal welchen, rumhacken, handeln im Sinne der Contentindustrie. 8) - Die haben ihr Ziel damit vollkommen erreicht und sind glücklich.

Nur so eine Überlegung: Ohne implementiertes DRM kein Abspielen bestimmter Inhalte. Got it? :D

EDIT: Dieses Ranten ist ja verständlich, aber nicht sinnvoll. Sinnvoll wäre es, sich mit den Anbietern anzulegen, die diese Technologie nutzen wollen und diese zu boykottieren - wird nur nicht funktionieren, da es genung User gibt, die diese Dienstleistungen und Inhalte in Anspruch nehmen werden, das Geschäftsmodell also aufgehen wird - auf lange Sicht.

Eine unpassende Analogie: Alle Jungen und Männer müssen ab sofort Alimente zahlen, weil sie ja zeugungsfähig sind, werden oder sein könnten. Ausnahmen werden nicht gemacht, auch wenn sie ihren Dödel nich benutzen.

Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: bluelupo in 2014/05/17, 12:09:45
Zitat von: melmarker in 2014/05/17, 11:20:15
[...]
EDIT: Dieses Ranten ist ja verständlich, aber nicht sinnvoll. Sinnvoll wäre es, sich mit den Anbietern anzulegen, die diese Technologie nutzen wollen und diese zu boykottieren - wird nur nicht funktionieren, da es genung User gibt, die diese Dienstleistungen und Inhalte in Anspruch nehmen werden, das Geschäftsmodell also aufgehen wird - auf lange Sicht.
[...]
...im Grunde hast du Recht, es gibt nur einen Weg der Content-Industrie entgegenzutreten - ihren DRM-Schrott zu boykottieren. Ich höre seit graumer Zeit das jammern von diversen Leuten aus meiner Umgebung zum Thema DRM-Nutzungsbeschränkung in eBooks. Ich denke die Zeit wird es zeigen in weit sich die Anwender das DRM gefallen lassen. Ich für meinen Teil werde diese "Gängel-Technik" boykottieren wo es geht, dafür nehme auch gerne Nachteile in kauf.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: melmarker in 2014/05/17, 12:31:43
Das meinte ich - ich bin gespannt, wie debian das umsetzt - deswegen der Hinweis mit dem non-free-blob. Imho ist das ganz eindeutig: kein drm-blob in iceweasel, ausser man schaltet non-free frei und installiert das Ding höchstpersönlich. Und das wäre meiner Ansicht nach sauber genug.

EDIT: Ich nutze einfach keine kastrierten Contents, Fall erledigt. Wenn kein Weg darum herumführt, dann muss ich wohl in den sauren Apfel beissen - bis jetzt sehe ich den Zwang dazu nicht. Eine klare und eindeutige Position gegen diesen Mist - und das dann auch meinetwegen lautstark propagieren und den Anbietern auf die Köppe hauen ist meines Erachtens die einzige gangbare Möglichkeit auf Dauer. Und ich kann auch die andere Seite verstehen: Wenn $anbieter geschützte Inhalte anbieten will und das sein Geschäftsmodell ist, dann hat dieser Anbieter alles Recht der Welt das zu tun. Ich habe das Recht, diese Inhalte nicht zu nutzen.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: devil in 2014/05/17, 12:40:14
In Debian würde bestenfalls der Wrapper kommen und der ist Open Source. Das eigentliche proprietäre Content Decryption Module (CDM) von Adobe wird erst bei Bedarf nachgeladen.



greetz
devil
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/17, 17:17:43
ZitatIch für meinen Teil werde diese "Gängel-Technik" boykottieren wo es geht, dafür nehme auch gerne Nachteile in kauf.
Jupp, mach' ich seit ich meine erste CD mit Kopierschutz gekauft habe und mir zum Zusammenstellen meines Samplers dann alle möglichen Proggies aus seltsamen Quellen auf meine damalige Windowsmaschine laden musste -hat meinen kompletten Umstieg auf Linux enorm forciert. Und die CD aus den gleichen Quellen umsonst hätte herunterladen können -ohne Kopierschutz selbstverständlich und illegal. Ich als zahlender Kunde muß -um mein Recht mir mein Eigentum zu kopieren ausüben zu können- Hilfsmittel einsetzen deren Legalität damals zumindest zweifelhaft war. Kanns nicht sein. Neuere CD's gibt's bei mir nicht mehr. Radio und die alten tut's auch.
ZitatIn Debian würde bestenfalls der Wrapper kommen und der ist Open Source. Das eigentliche proprietäre Content Decryption Module (CDM) von Adobe wird erst bei Bedarf nachgeladen.
Das ist eine Alternative mit der ich leben kann, trotzdem:
ZitatWas sollen die Jungens bei Mozilla, Google, Opera? und auch MS machen - und alle anderen Leute, die an Browsern basteln.
Nein sagen.
"Kontent unterliegt Restriktionen deren Durchsetzung wir nicht unterstützen"

Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: melmarker in 2014/05/17, 17:52:11
Da ist nur ein Problem dabei: Software muss (imho) einen Nutzwert haben - egal, wie ich zur w3c und deren Entscheidungen stehen - einfach: "Nö" sagen ist da nicht.

Ganz deutlich: Mozilla muss die Vorgaben vom w3c durchsetzen - es wäre ein wenig lächerlich, es nicht zu tun. "Der" Vorzeigebrowser nicht mit w3c kompatibel - NoGo. Die Gegenentwürfe wurden ja auch diskutiert, DRM nur über Plugins der Anbieter - ist aber genau das selbe Prinzip. Entsprechende Inhalte erst nach installation entsprecheder Plugins, die dann noch möglichst buggy sind.

Ich mag damit ja allein auf weiter Flur sein, stört mich aber diesmal nicht im Geringsten: Geschützte Inhalte sind ein legitimer Anwendungsfall für einen Browser, erfüllt ein Browser diese Anforderung nicht, dann ist er für diesen Zweck unbrauchbar. Für alles, was unbrauchbar ist, gibt es innerhalb sehr kurzer Zeit einen Ersatz. Schlussendlich muss der jeweilige User entscheiden, was er denn gerne möchte. Und  das wird er. Alles was Probleme macht, wird nicht mehr eingesetzt. Das will die Mozilla Foundation nicht, dann stößt man lieber den kleineren Teil der Userschaft vor den Kopf. Ist irgendwie nachvollziehbar, oder?
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/17, 18:10:45
ZitatGeschützte Inhalte sind ein legitimer Anwendungsfall für einen Browser
Ja, klar, ist es. Die Art und Weise was hier wie geschützt werden soll ist das Problem.


Klar, ich verstehe Deine Einstellung und kann auch die Entscheidung von Mozilla irgendwie nachvollziehen.
Aber viele von uns benutzen Linux und open source deshalb weil es seine Anwender eben nicht "gängelt".
Und wenn eine Normierungsbehörde oder was weiß ich unter welcher genauen Bezeichnung w3c da firmiert eine Regelung durchwinkt die dem diametral entgegensteht dann erwarte ich daß die Gemeinschaft dazu ein klares Statement abgibt.


"Diese Regelung ist inaktzeptabel, lasst euch was besseres einfallen, dann machen wir gerne auch mit"


Firefox mag ein paar Prozente eingebüßt haben, aber sie haben eine Marktmacht -und sie wären ohne open source nicht da wo sie sind.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: melmarker in 2014/05/17, 19:08:11
ich sehe das ähnlich wie beim flash-plugin - keiner mag das Zeuch und trotzdem ist das Geschrei groß, wenn es nicht da ist.
Es muss also einfach nachinstallierbar sein. Und da ist der Punkt, an dem es kritisch wird. Bei debian ist das mit den unfreien Paketen grenzwertig. Anfänger hassen die getroffenen Entscheidungen, da debian an einigen Stellen so nicht sinnvoll nutzbar ist, geübte Anwender sind genervt, ich als Entwickler bin auch nicht glücklich, da ich nicht den Komfort bereit stellen kann, den ich gerne bereitstellen würde. Einen Sonderfall bildet die FSF, die ist angepisst davon, dass debian seine User nicht noch stärker gängelt und bevormundet. Sonderfall deshalb, weil die FSF debian genau deshalb nicht als freie Distribution einstuft, weil es Usern zu leicht gemacht wird, unfreie Pakete zu installieren. Ich erspare mir einen Kommentar dazu an dieser Stelle, der wäre nicht druckreif.

Was mir sehr bei der DRM-Entscheidung sehr suspekt ist: Diese Sache mit dem Default und dem notwendigen opt-out. Ich hätte es gern, wenn das opt-in wäre. Und in dieser Hinsicht sollte man Einfluss nehmen.

Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: ayla in 2014/05/17, 19:21:18
naja, ich fühle mich von debian eigentlich nicht gegängelt, als ich mich für debianbased entschieden habe habe ich mich auch dafür entschieden mit deren Regeln zu leben und mir non-free halt nachträglich zu laden.


DRM als opt-in wäre in jedem Fall annehmbarer.
Titel: Re: Firefox und DRM
Beitrag von: melmarker in 2014/05/17, 20:14:02
Man bekommt halt das, was draufsteht - und das ist grundsätzlich freie Software auf der ISO. Wir erfüllen einen weiteren Aspekt freier Software, pyfll ist frei und kann beliebig angewendet werden. Ergo ist der geneigte Anwender durchaus mit allen Mitteln versehen, sich Images nach seiner Facon zu erstellen - es gibt ja einige, die das machen. Problem gelöst ;D

ich war bisher immer zu träge, mir ein ISO mit non-free zu basteln, wahrscheinlich wird das auch weiter so bleiben, mir reicht die Möglichkeit, so was zu tun, wenn mir mal der Kragen platzt ...

Edit: das mit der Gängelei und Bevormundung war eher auf die FSF gemünzt, zu finden hier: http://www.gnu.org/distros/common-distros.html

Um ehrlich zu sein, so was empfinde ich als erbärmlich.