Dumme Frage (siduction im Unternehmenseinsatz?)

Begonnen von haddock42, 2013/07/06, 20:06:35

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haddock42

Hallo Miteinander,

ich wurde auf siduction in versch. Foren aufmerksam, wo viele schrieben, nichts geht über diese Distribution.

Ich weiß aber nicht, ob siduction genau das ist, was für mich die "richtige" Distribution ist, darum frage ich direkt hier im Forum.

Ich führe ein kleines Unternehmen und spiele mit dem Gedanken von Windows XP auf Linux umzusteigen. Ich habe mir privat auch schon einige Distributionen angesehen.

Auf Ubuntu & deren Derivate möchte ich ungern setzen, ich bin mir nicht sicher, wohin Canonical mit seiner Politik noch fahren will, auf jeden Fall aber fühle ich mich dabei nicht wohl. Auch wenn es eine sehr angesagte Distribution ist. Da Mint ein Derivat von Ubuntu ist, lasse ich das ebenfalls außen vor. LMDE habe ich noch nicht versucht.

Von siduction habe ich nun schon vieles gehört, positives wie auch negatives. Negativ nur insofern, als dass man es nur dann einsetzen sollte, wenn man sich mit Linux auch auskennt.

Ich selbst bezeichne mich als Anfänger. Ich kann die Platte partitionieren, kann das System installieren und dann, so meine Devise bisher, soll es einfach laufen. Ich möchte bei einem Dist-Upgrade ungern vor einem Scherbenhaufen sitzen und ich bin nicht Profi genug (nicht einmal annähernd), um diesen Scherbenhaufen auch wieder zu beseitigen.

Vielleicht bin ich auch nur von Ubuntu verwöhnt, dass ein Update/Upgrade per Klick funktioniert und i. d. R. keinerlei Überraschungen bietet (Unity mal nicht erwähnt, das war schon schlimm).

Meine Frage: Was erwartet mich, wenn ich siduction wähle?

Liebe Grüße
Hartmut

ReinerS

Nun,
siduction hat recht hochaktuelle Software die halt gelegentlich noch einiger Verbesserungen und Korrekturen bedarf.

Vor Updates sollte man auf jeden Fall im Forum nachsehen inwieweit es aktuelle Warnungen gibt die gegen ein Upgrade sprechen.
Auch eine Nachfrage im IRC-Channel kann da recht hilfreich sein.

Vor allem sollte man sich nicht scheuen das Wiki und das hochaktuelle Handbuch bei Bedarf zu lesen.

Grüße

Reiner
slackware => SuSE => kanotix => sidux => aptosid  => siduction

dieres

Das wichtigste ist, welche Software  Du für Dein Unternehmen verwendest. Die meisten Speziellen Unternehmens  Softwares gibt es leider ausschließlich für Windows. Und ob so etwas unter wine  läuft ? Für ein Unternehmen sollte man aber auch über Debian Stable nachdenken, das heißt nicht umsonst so. Ich persönlich würde nur noch Debian Distris nehmen. Siduction ist letztlich  Debian sid was durch den Einsatz der Macher von siduction recht sicher ist. Aber es setzt voraus, das man regelmäßig dist-upgrades macht und vorher liest was apt einem erzählt.

michaa7

Du redest von "unternehmen". Da wird es letztlich mehr als einen rechner geben, vermute ich.
Grundsätzlich sage ich dir: bei Debian bist du richtig.

Was updates und "scherbenhaufen" betriff: Einen scherbenhaufen wirst du (mit jedem OS) dann haben, wenn du nicht lesen könntest, beratungsresistent wärest und bereits ein zwicken für dich ein scherbenhaufen wäre.

Ich benutze seit 10 Jahern Debian in seinen fortschrittlichsten plugin-distris (Debian distributionen wie Kanotix/sidux/aptosid/siduction, die nicht komplett von Debian kommen, aber deren repos nutzen und damit 100% kompatibel sind).
Ein Debian/unstable = Debian/sid =^ siduction heißt nicht "unstable" weil es wackelig wäre, sondern weil es nicht jeder zeit rock solid ist. Ein dist-upgrade kann dazu führen dass ein oder mehrere packete zu temporären (stunden bis wenige tage) fehlern führen die diese unbrauchbar machen. Und zu diesen seltenen ausnahmezeiten schätzen wir alle diese distribution hier, weil
- hier in kürzester zeit vor einem d-u gewarnt wird, falls es zu problemen kommt.
- in der regel kurzfristig ausweichstrategien bekannt gegeben werden (anleitung zu manuellem fix, gefixte pakete, downgradehinweise für ein paket).

Du kannst dir durch lesen des de/en sprachigen update warnign unterforums einen eindruck verschaffen was da so passiert.
Ich betreibe meine persönlichen computer seit 10 Jahren so.

Mein tipp: wenn dich das lesen des forums nicht abschreckt setze bei servern ggf. auf Debain/stable (weil es den wartungsaufwand minimiert), und auf desktoprechnern/laptops ja nach anforderung auf sidudction. Dann hast du da immer die neueste, featurereichste software. Kauufst du brandneue HW bist du mit siduction sowieso am besten dran weil du immer die neuesten stable kernel ( = entwicklerversion -1) brandaktuell erhälst. Und das wärene niocht wirklich zwei unterschiedliche distris. Die unterschiede liegen letztlich nur im entwicklungsstand. Jedes Debian/sid wird über Debian/testing zu Debian/stabel.

Lies hier einfach ne zeitlang mit, probier die live cd aus, dann ergibt sich alles weitere von ganz alleine ...

und natürlich ist richtig was "dieres" angedeutet hat: informiere dich ob es die softwarae die du brauchst auch unter linux gibt, Debian bietet da wohl die größte auswahl ;-) . Dennoch, es gibt nicht alles ...
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake

ayla

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme wenn Du mehrere Rechner fährst und siduction im produktiven Umfeld nutzen willst:

Einen vorübergehend ersetzbaren Rechner als Versuchskarnickel aufsetzen, am besten den mit der haarigsten (für Linux) hardware. Geht dort beim d-u alles gut sollten auch die anderen keine unlösbaren Probleme bereiten.

der_bud

Noch ein kleiner Tipp: Deine Frage ist alles andere als "dumm" sondern auch für andere sicher sehr interessant :-) . Wenn Du den Titel editieren würdest zu zum Beispiel "Siduction in Unternehmen einsetzbar?", kriegst Du vielleicht noch mehr Meinungen zusammen.
Zum Topic: von den Vorrednern eigentlich fast alles gesagt. Bedenke dass Du nicht updaten musst sondern den Zeitpunkt selbst wählst. Nimmst Du Dir jeden zweiten Freitag mittags dafür Zeit, hättest  Du im Zweifel ein ganzes Wochenende zum aufräumen (aber Du hast ja auch immer aktuelle Backups zur Hand  :wink: ).
Höchst sinnvoll wäre, siduction privat selbst häufig zu nutzen, dann behält man im Zweifelsfall die Ruhe weil man die Resourcen Handbuch/Forum/IRC bereits kennt.
Bei mehr als einer handvoll Rechnern im Betrieb würde ich zunächst auch zu Stable tendieren, das ist aktuell genug. Mit der Zeit wirst Du lernen, wie Du bei Bedarf auch in Stable zumindest offensichtliche Programme wie Browser, Mail, Office in "aktuell" über die geeigneten Sourcen reinbekommst.
Du lachst? Wieso lachst du? Das ist doch oft so, Leute lachen erst und dann sind sie tot.

HarzG

Die Optionen, die ich in Unkenntnis der erforderlichen Software des Unternehmens, sehe:
1. Nimm Debian stable, ist momentan recht aktuell, da es gerade 'rauskam.
Bei Fragen zu Debian aller Sorten (stable/testing/unstable) kann Dir hier geholfen werden. Falls Du ein "brandaktuelles" Paket brauchen solltest was es in stable noch nicht gibt, kannst Du Dich hier beraten lassen ob es Probleme gibt wenn Du es unbedingt verwenden/installieren willst.
2. Nimm Mint 13 Xfce oder Xubuntu 12.04 LTS, trotz der Bedenken Deinerseits.
... und schalte alles ab, was Du nicht willst.

Bei Debian missfällt mir manches, bei Canonical/Ubuntu einiges, beim Reboot-OS vieles.
Im Büro arbeite ich seit einiger Zeit mit Xubuntu 12.04.

Es kann manchmal sinnvoll sein Software zu kaufen, auch wenn diese nicht FOSS ist. Sollte ein erforderliches Programm gut laufen und einen schnellen+ordentlichen Kundendienst haben, dann wiegt die Einsatzfähigkeit eben m.E. schwerer als die Lizenz. Wine ist z.B. nur begrenzt einsatzfähig, wenn man im Unternehmen unbedingt mit Microsoft/Windows-Software arbeiten muss. Manche Unternehmen müssen die Kompatibilität testen können bevor man am Markt liefern kann, dazu reicht u.U. ein perfekter Linux-Test eben nicht aus (Beispiel: LibreOffice/MS Office).

Da aber nicht bekannt ist, was das Unternehmen macht bzw. was die PC's können müssen, ist es etwas schwierig mit dem "goldenen Ratschlag".
siduction-2023.1.1-xfce,  manjaro-xfce-23.1.1

cryptosteve

Zitat von: "HarzG"1. Nimm Debian stable, ist momentan recht aktuell, da es gerade 'rauskam.
*schenkelklopf*
- born to create drama -
CS Virtual Travel Bug: VF6G5D

HarzG

Zitat von: "cryptosteve"
Zitat von: "HarzG"1. Nimm Debian stable, ist momentan recht aktuell, da es gerade 'rauskam.
*schenkelklopf*
... war wohl ganz lustig formuliert. Ein Hintergrund für diese umgangssprachliche Bemerkung ist der.
Ich hatte mich vor Jahren damals für Kanotix und später sidux entschieden, da der konservative Kurs von Debian neben bekannten Vorteilen eben auch Nachteile hat. Das Ziel ist der Einsatz von Linux für ein "kleines Unternehmen".

Die "harten Kanten" sind jetzt zum Teil korrigiert, da in Debian 7 (7.0, erschienen 4.5.2013; bzw. Debian 7.1 erschienen 15.6.2013) auch die backports "offiziell" mit dabei sind. Damit kann die stable Version nun auch "legal" versorgt werden mit Aktualisierungen die früher nur unter Vorbehalt "erlaubt" waren. Vorher war es bei der reinen Lehre ein Tabubruch "stable" zu gefährden mit Teilen aus anderen Quellen außer stable.

Es gab einen recht langen Freeze bei Debian, auch dies ist verständlich um den Entwicklern die nötige Zeit zu lassen. Es kann jedoch eben dazu führen, dass man sich für eine andere Distribution entscheidet deren Mainstream-Version viel aktuellere Pakete anbietet.

... fange ich mal von hinten an ...
Ich nenne 1 Beispiel eines Paketes, dass im beruflichen Umfeld schon wichtig ist. Es gibt leider kein passendes all-in-PDF-Programm mit dem man grafisch PDFs zusammenstellen kann, watermarks als Hintergrund oder Stempel setzen kann. Aus den normalen Quellen wird z.B. pdfsam 1.1.4 angeboten (meines Wissens "Listenmodus", keine grafischen Verschiebungen von Seiten). Die Alternativen sind Pakete wie PdfShuffler und dazu braucht man noch Terminal-Kommando's wie pdftk (kann watermarks setzen).
Alle sind an sich brauchbar, jedoch für die durchschnittliche Büro-Population ungeeignet.
Ansonsten muss man ausweichen zur händischen Installation (downloaden und auspacken) von pdfsam 2.2.2 was man sich bij sourceforge holen kann. Auch da fehlen watermarks.

Ein anderes Beispiel ist der Xfce-Dateimanager Thunar. Dieser wird in Mint angeboten in der Version 1.6.3 wobei da auch schon benutzerdefinierte Aktionen integriert sind. Auch die Reiter für andere Ordner sind jetzt dabei. Man kann da auch doppelte Anzeigen abschalten ums Benutzern des Büros einfacher zu machen. Auch die Netzwerkfreigaben sind nun einfacher zu regeln.
Das schaut in Debian stable und Ubuntu 12.04 LTS schon anders aus: da gibt's Version 1.2.3. Darin ist noch der Bug bzw. die Komplikation, dass sich Geräte teilweise doppelt zeigen (versuche das mal einem Kollegen zu erklären der migriert von Windows zu Linux ...).

Als letztes Beispiel nenne ich Open/LibreOffice. Bis zum Mai war es in Debian 6 die OOo-Version 3.2.1. Bei Ubuntu gab es schon lange aktuellere Versionen.
Nunmehr ist in Debian 7 über die backports selbst LibreOffice 4.0.3 "offiziell" dabei, da kann sich selbst Ubuntu 12.04 noch 'ne Scheibe von abschneiden, da gibt's offiziell "nur" LibO 3.5.7 für die LTS-Version die auch fürs Büro gemeint ist.
Man muss eben schon mitkommen beim aktuellen Stand der Konversionen von MS Office Dokumenten. OpenOffice war veraltet (is'n anderes Thema mit dem Streit und Fork) und Debian-stable-Benutzer mussten mehr als 2 Jahre warten auf ein Office-Paket womit sich aktuelle Dateien von MS Office einigermaßen konvertieren/bearbeiten lassen.

Ich habe dies Beispiele gewählt, da es sich um recht wichtige Teile des Desktops handelt. Da war Debian mit der früheren extrem konservativen Art m.E. kunden-unfreundlich. Nunmehr stellt sich die Frage wieder neu: Ubuntu macht komische Sachen die Kunden verärgern und Debian hat momentan schon einige Vorteile.
siduction-2023.1.1-xfce,  manjaro-xfce-23.1.1

ralul

Ich glaube HarzG hat Recht. Man versteht es, dass sich etwas grundsätzliches geändert hat, wenn man sich die letzten zehn Jahre vor Augen führt:

Bis vor ein paar Jahren noch gab es noch den BigKernelLock (was heute der RCU Mechanismus auflöst), und es gab kaum aktuelle Treiber. Deswegen galt Linux zwar für kleine Apache Webserver als erste Wahl aber für den Desktop als unbrauchbar. Deswegen war es in Zeiten von sidux quasi Pflicht immer auf dem neuesten Stand des Linux Unterbaus zu sein. Der Linux Unterbau ist jetzt ziemlich ausgereift. Wenn es jetzt die Backports gibt für die Frontdesk Programme, kann man gerade im kommerziellen Unternehmensbereich heute gut fahren mit Debian stable ...
experiencing siduction runs better than my gentoo makes me know I know nothing

haddock42

Hallo *.*,

ich kann ad hoc erst einmal nur sagen: Wow! Sehr viele Antworten, allesamt konstruktiv und informativ.

Zu erst einmal zur Software: Ich nutze ausschließlich Open Source. Mein Mail-Server wird von einer Firma betreut, ich richte nur meinen Mail-Client ein; LibreOffice für Office-Anwendungen. IMO deckt GNU/Linux alles essentielle ab, spezieller Software bedarf es nicht.

Da ich irgendwann mal mit Ubuntu gestartet bin, bin ich für den Eigenbedarf mit apt-get & Co. recht vertraut geworden im lf. der Zeit, warum ich auch nicht zu Arch, *.rpm oder Slackware wechseln möchte.

Es MUSS auch nicht DIE aktuellste Software auf meinen Rechnern werkeln. Und wenn aktuell, dann bitte stabil, Datenverlust will man weder privat noch beruflich.

Und natürlich wirbt jede Distibution für sich. Crunchbang hat sehr gute Rezensionen, aber auch Linux Mint Debian oder auch SolusOS oder Debian selbst. Nicht zu vergessen, eben auch siduction.

Da ich durch Ubuntu viel mit Klick+Fertig konfrontiert wurde, hat sich natürlich eine gewisse Bequemlichkeit eingeschlichen. Nicht unangenehm, muss ich ja zugeben.

Andererseits hat siduction den Ruf stabil zu sein und eine großartige dt.sprachige Community zu besitzen, was mich auch sehr anspricht. Support ist für mich ein ausschlaggebendes Argument FÜR eine Distribution. Schnell, stabil und kunterbunt sind sie ja alle, darum gucke ich eher nach dem Alleinstellungsmerkmal, darum auch meine Frage danach, was mich erwartet. Und alleine die Resonanz zeigt mir, dass hier auch tatsächlich gelesen wird!!!!

DANKE!!!!!

Grüße
Hartmut

captagon

Vielleicht hier mal ein praktischer Erfahrungsbericht aus dem harten Schulalltag:

Ich habe seit 2007 drei Server (damals auf Basis von sidux, später upgedated auf aptosid dann auf siduction) und ca. 70 Clients (alle inzwischen auf siduction-Basis). Als Server laufen: Samba (wir haben auch etliche Windows-Clients), Webserver Apache2 (auch mit Wordpress), Cups-Druckerserver ("betreibt" alle Linux-Clients direkt und die Windows-Clients über Samba um 2 Kopierer und 6 Drucker zu erreichen), Proxy-Server, Fileserver (mit Backup), DHCP-Server (auch für 13 Wlan-Accesspoints), LDAP-Server wird nächstes Schuljahr in Betrieb gehen (ist schon weitgehend eingerichtet).
Probleme hatte ich in der Vergangenheit vor allem mit Samba und Cups- diese Probleme konnten aber umgangen werden, da ich einen "Notserver" parallell betreibe, der in Betrieb gesetzt wurde, als Samba und Cups nach einem dist-upgrade mal etwas "buggy" war (der Notserver wird erst dist-upgegraded, wenn alles Wichtige OK ist).
In der Schule besteht das Problem vor allem darin, dass es viele Menschen gibt, die sich mit Umstellung auf neue Software sehr schwer tun (da ist schon ein anderes Symbol- z.B. statt "Start" das LXDE oder KDE-Symbol oder ein anderer Dateimanager als der Windows-Explorer ein Problem). Die Wahrscheinlichkeit auf Menschen zu treffen, die Althergebrachtes beibehalten wollen (...: "das habe ich zu Hause aber anders...") ist nicht gering. Mitunter ist es schon schwer zu vermitteln, warum im Schul-Netzwerk einige erhöhte Sicherheitsanforderungen gibt- Viren auf Schüler- und Lehrerrechnern zu Hause sind keine Seltenheit, weil auf Heimrechnern elementare Sicherheitsanforderungen missachtet werden bzw. unbekannt sind- das ist wie ein Kampf gegen Windmühlen). Kurzzeitig temporär bekomme ich auch immer wieder auf den Windows-Clients Viren eingeschleppt (gesichert aber durch Kaiser-Karte).
Zudem gibt es zahlreiche von den Lernmittelherstellern angebotene Software, die unsinnigerweise nur für das Windowssystem vorgesehen ist (z.T. mit unnötigem Flash).
In der Vergangenheit hatte ich aber fast sämtliche Software auch unter Linux mit wine bzw. mit playonlinux zum Laufen bekommen. Dummerweise forderten manche Kollegen MS-Office und der Schulleiter wollte Diskussionen vermeiden- also musste ich auch MS-Office auf diversen Linuxrechnern installieren (funktioniert unproblematisch).    
Der große Vorteil von Linux ist, dass ich auch alte Hardware relativ problemlos mit sehr aktueller Software weiter nutzen kann. Die dist-upgrade-Möglichkeit von siduction/Debian-sid finde ich zudem hervorragend- dadurch bleibe ich regelmäßig auf sehr aktuellem Softwarestand (manche Neuerungen sind auch wertvoll z.B. in Blender).

agaida

Die Variante von Ayla erscheint mir am sinnvollsten - teste Siduction mit einem Rechner, der nicht so viel Schaden macht, wenn er mal nicht funktioniert. Das wird auf jeden Fall passieren - der Testrechner sollte also nicht unbedingt der eigene Arbeitsplatz oder eine Maschine sein, auf der unternehmenskritische Sachen laufen.

Bevor ich jetzt gehauen werde: Funktionieren bedeutet für mich im speziellen Drucken. Und je nach eingesetzter Hardware und der Entwicklung in Cups würde ich mir das dann doch mehrmals überlegen. Hier würde ich eindeutig zu debian stable tendieren. Andererseits wächst man schnell aus der Rolle des Neulings raus, wenn man nur auf Siduction setzt und das dann wirklich produktiv nutzt. Das muss man also mit sich und seinem Geschäft ausmachen, ob man sich das zutraut und auch wirklich leisten kann und will. Ich persönlich will es nicht - alle Sachen, die mit Linux besser gehen, werden mit Linux erledigt, meine Warenwirtschaft bleibt auf einem nativen Windows 7 - ohne wenn und aber. Vielleicht bin ich da auch nur zu konservativ ...
There's this special biologist word we use for "stable". It's "dead". ~ Jack Cohen