Persönliche Daten auf extra Platte?

Started by NochEinNeuer, 2026/07/19, 20:50:56

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NochEinNeuer

Hallo,
da meine SSD langsam voll wird, so stellt sich mir die Frage ob es nicht grundsätzlich sinnvoller ist, die wichtigen/ persönlichen Daten, also prinzipiell /home, auf eine eigene Platte zu speichern.
Wenn alles auf einer Platte ist, und diese ist defekt dann ist alles futsch. Ok, wenn das Backup aktuell ist halb so schlimm. Wenn sich das ganze auf zwei Platten aufteilt dann sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 50% das es die mit /home betrifft.
Dagegen steht das man somit zwei Festplatten braucht. Was zumindest anfangs ins Geld geht.
Wie handhabt/ seht Ihr das? 
Oder sind die heutigen SSD so gut das man sich darüber keine Sorgen mehr machen muss das eine das zeitliche segnet?
Bin mal auf Eure Meinungen gespannt.
Grüße
NochEinNeuer

unklarer

Ob du das mit einer (anderen)neuen Platte machst, ist dir überlassen.  :D

Seit Jahren mache ich das mit einer extra Partition /media/DATA, die in der fstab steht und auf allen meinen Rechnern existiert. Den Abgleich macht mir unison.

kreuzschnabel

Quote from: NochEinNeuer on 2026/07/19, 20:50:56die wichtigen/ persönlichen Daten, also prinzipiell /home, auf eine eigene Platte zu speichern.
In deinem /home sind nicht nur die wichtigen persönlichen Daten (im Sinne produktiver Anwendungsdaten, auch etwas hochtrabend Dokumente genannt), sondern vor allem auch deine persönlichen Desktop- und Anwendungseinstellungen. Es ist schon sinnvoll, diese auf der schnellen SSD zu lassen. Wenn der Platz knapp wird, kannst du die reinen Produktivdaten auf eine HDD auslagern, klar.
Quote from: NochEinNeuer on 2026/07/19, 20:50:56Wenn alles auf einer Platte ist, und diese ist defekt dann ist alles futsch. Ok, wenn das Backup aktuell ist halb so schlimm. Wenn sich das ganze auf zwei Platten aufteilt dann sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 50% das es die mit /home betrifft.
Das klingt nach Russischem Roulette. Ein aktuelles Backup deines /home, möglichst mehrfach, ist immer Pflicht!
Quote from: NochEinNeuer on 2026/07/19, 20:50:56Oder sind die heutigen SSD so gut das man sich darüber keine Sorgen mehr machen muss das eine das zeitliche segnet?
Kein Speichermedium lebt ewig. Die Wahrscheinlichkeit, dass es eine aktuelle SSD in den ersten Jahren erwischt, ist gering, aber nicht Null. Ich würde mich niemals auf "hält schon noch" verlassen, was meine Daten angeht.
Quote from: NochEinNeuer on 2026/07/19, 20:50:56Wie handhabt/ seht Ihr das?
Ich habe alle Daten auf einer 1-TB-SSD zum Arbeiten und mache mindestens einmal täglich (also abends) ein Backup von /home auf mehrere HDDs, die in der Wohnung verteilt sind. Schlimmstenfalls neue SSD kaufen und einbauen, System neu installieren, Backup einspielen. Dauert ab Einbau der SSD etwa eine Stunde, dann ist alles wieder so wie gestern abend (oder wann immer das letzte Backup gemacht wurde).

--ks
Hier so: Debian Stable oder Siduction (nach Laune) – KDE Plasma – Lenovo Thinkpad T470p – i7-7820HQ – 32GB RAM

dibl

Quote from: NochEinNeuer on 2026/07/19, 20:50:56...
Oder sind die heutigen SSD so gut das man sich darüber keine Sorgen mehr machen muss das eine das zeitliche segnet?
Bin mal auf Eure Meinungen gespannt.

Entschuldigung sie, bitte, für Englisch.

Modern SSD's do fail, and when they fail, it is like a light bulb failure. Instantly, and totally.

The speed of the SSD is wonderful -- install your complete operating system and software on the SSD, including all configurations. On a separate hard disk drive, or better, on a mirrored pair of hard disk drives, i.e. with BTRFS, make your data directories -- DOCS, MUSIC, IMAGES, VIDEOS, etc. Then, use symlinks to link these directories to the /home/user folder on the SSD.

With this method, you have all the speed of the SSD for working with your OS and software packages, and the security of all your data on the hard disk drives.
System76 Oryx Pro, Intel Core i7-11800H, ASRock B860 Pro-A, Intel Core Ultra 7 265KF, Nvidia GTX-1060, SSD 990 EVO Plus.

edlin

#4
Quote from: NochEinNeuer on 2026/07/19, 20:50:56Oder sind die heutigen SSD so gut das man sich darüber keine Sorgen mehr machen muss das eine das zeitliche segnet?
Ich fange mal "hinten" an. Nein, du musst dir keine Sorgen machen, ganz wirklich nicht. Ich hatte mal einen Kollegen, von dem der Bruder hatte einen Bekannten, dessen Chef sein Neffe der hatte eine SSD, die ewig gehalten hat.


Ich hoffe, du liest weiter und hast die versteckte Botschaft begriffen. Heutige SSDs haben durchaus im normalen privaten Einsatz eine Lebensdauer von 5-10 oder mehr Jahren. Das hängt von etlichen Faktoren ab. Hier mal ein Artikel von SANDISK zu der Thematik. Bringt dir dieses Wissen bezüglich Datenverlust mehr Sicherheit? Ich verrate es dir: Nein! (aber bitte nicht weitersagen). Egal, wie hoch die Lebensdauerangaben und die Garantien seitens der Hersteller sind, sie basieren auf Wahrscheinlichkeiten. In der Praxis kannst du eine niegelnagelneue SSD einbauen, mit Daten befüllen und am nächsten Tag: ritsch-ratsch alle Daten weg, SSD defekt. So ist das halt mit Wahrscheinlichkeiten, zufälligen Prozessen etc.
Quote... Wenn sich das ganze auf zwei Platten aufteilt dann sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 50% das es die mit /home betrifft.
Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die zweite SSD erwischt, hilft dir hier nicht weiter. Angenommen, du hast zwei absolut identische SSDs, die du absolut identisch nutzt und beide haben eine Lebensdauer von genau je 5 Jahren. Dann werden (theoretisch) beide SSDs gleichzeitig nach genau 5 Jahren ausfallen. Nimmst du 3 SSDs, so tritt der Ausfall auch nach 5 Jahren ein. Alle SSDs altern und sterben unabhängig voneinander - jede stirbt für sich allein. Kann man nachlesen, zum Beispiel in Systemanalyse Band 2, 3. Auflage von 1974 von G. Wunsch und H. Schreiber (gibts gebraucht bei Amazon oder in meinem Bücherregal bei meiner Studienliteratur). In der Praxis ist das allerdings viel komplexer. Zum Beispiel gibt es auch mal externe "Einflüsse", die die Lebensdauer einer SSD bzw. aller SSDs spontan beenden können, wie ein Blitzeinschlag in der Umgebung und Überspannungen im Netz oder ein Erdbeben und das Haus plumpst auf den Rechner ... Kurz: Eine separate SSD für deine Heimat-Dateien bringt in der Praxis nichts.
Was kannst und/oder solltest du nun machen? Zunächst ist es keine gute Idee, wenn die SSD so langsam randvoll ist. Irgendwann sind auch die Reservezellen einer SSD aufgebraucht und dann gehts ans Eingemachte. Du wirst also kaum umhin kommen, Speicher freizugeben oder auf neue Speichermedien auszulagern. Ist natürlich aktuell nicht der perfekte Zeitpunkt für den Kauf von Speicher, egal welchen Typs. Das wir sich aber auch nicht kurzfristig ändern. Also entweder Pornosammlung löschen oder in den sauren Apfel beißen und eine neue SSD kaufen; alternativ kann auch eine gebrauchte Festplatte noch gute Dienste leisten. Für ein Datengrab mit der Fotosammlung, den gerippten CDs, der Rezeptsammlung, den Manuals, den 3D-Druckdateien, den Rechnungen und Anwaltsschreiben usf. muss man kein superschnelles Medium vorhalten.
Quote... Wie handhabt/ seht Ihr das?
Gegen Datenverlust hilft nur (mindestens) ein Backup. Ein Datenverlust kann dich nunmal immer und überall erwischen. Und bitte kein Backup auf einer SSD im selben Rechner! Ich hatte mal ein Mädel kennengelernt, die ihre Masterarbeit auf ihrem Notebook geschrieben hatte. Auf meinem Rat hin hat sie ihre Dateien mit den letzten Versionsständen auf einem externen Medium, hier einem USB-Stick, gesichert. Dieser kleine Knubbel blieb allerdings immer am Notebook angesteckt. Und es kam, wie es kommen musste: Das Notebook ging verlustig (das ist nochmal eine eigene Story) und Masterarbeit inkl. "Backup" waren damit weg, Termin zur Abgabe nicht haltbar usf.
Welche Daten, mit welcher Backup-Strategie, auf welchen Medien, an welchen Orten usw. du deine Daten sicherst, kannst letztlich nur du selbst entscheiden. Manche geben die Verantwortung und damit die Kontrolle an Cloud-Dienste ab. Ich selbst sichere auf altmodischen Festplatten im Raid-Verbund auf einem Synology-NAS. Wichtig sind doch nur die eigentlichen Daten (Fotos, Dokumente etc.), Konfigurationsdaten (auch /etc) und evtl. eine Liste der installierten Pakete. Backups kann man automatisieren, so dass auch langsame Speicher kein Problem sind; man muss ja nicht daneben sitzen bleiben.
Quote... Was zumindest anfangs ins Geld geht.
Da wirst du kaum drumherum kommen. Aber auch mal Festplatten aus vertrauenswürdiger Quelle ins Auge fassen (S.M.A.R.T. Daten prüfen).
   
Quote... Dagegen steht das man somit zwei Festplatten braucht.
Kein Problem, dass man mehrere Festplatten benötigt, Linux kann sogar mit drei Festplatten/SSDs umgehen; oder mit vier ....

edlin
,,Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance."

Winston Churchill

scholle1

@NochEinNeuer 
Die oberen Kommentare beinhalten genug Informationen zur Ausfall- und Datensicherheit.

Für den Fall, dass du deine persönlichen Daten auf eine andere Festplatte übertragen willst, bietet unser Handbuch eine gut nachvollziehbare Anleitung unter
<Installation><Das Verzeichnis home verschieben>

"Pax in terris" - Das ist mein großer, mein einzigster für diese Welt von Herzen kommender Wunsch.
"Friede auf Erden" und alles Weitere erscheint einfach.