Sinn von Aptosid

Started by ereuter, 2011/01/26, 14:43:40

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holgerw

Hallo @oldie,

ich nutze parallel aptosid und OpenSUSE11.3.

Zu Deinen Anmerkungen kann ich folgendes sagen:
Weder aptosid noch OpenSUSE erlauben out-of-the-box ein apt-get install opera oder ein zypper install opera Beide Distributionen brauchen ein extra Repo, sonst gibt es kein opera.
Weder aptosid noch openSUSE erlauben unter audacity einen mp3-Export. In beiden Distributionen müssen externe Repos freigeschaltet werden.
Beide Distributionen lassen sich samt des Paketmanagements über die Konsole konfigurieren und beide erlauben das über GUIs, auch wenn einige Entwickler von aptosid Bedenken gegen synaptic haben.

Mit beiden Systemen hat man nach der Grundinstallation in der Regel ein Erfolgserlebnis, bei beiden ist, wenn es um distributionsfremde Erweiterungen geht, Arbeit angesagt. Unter OpenSUSE ist manches einfacher mit wenigen Mausklicks zu erreichen, ich finde mittlerweile Yast richtig gut, dafür hat Debian rund um sein Paketformat deb viel mehr Konfigurationsmöglichkeiten für ein Feintuning, zum Beispiel über dpkg-reconfigure, was mir rpm basierte Distributionen nicht bieten.

Eines muss ich allerdings zugeben: Unter OpenSUSE, das ich auch als eine Art Rolling Release nutze, hat mir ein zypper dup trotz vieler freigeschalteter Extra-Repos noch kein einziges Mal gebrochene Pakete angezeigt. Hier zeigt sich eine Schwäche von aptosid, Debian Sid Quellen als Basis-Repo für ein Rolling Release zu nutzen, da für die Debian Maintainer Konsistenz innerhalb Sids mit seinen ganzen Paketen nicht die Priorität hat wie in Testing oder gar Stable aber die Aktualisierbarkeit von aptosid gerade von dieser Konsistenz abhängt.

Ganz davon abgesehen frage ich mich manchmal, am extremsten ist es auf pro-linux, warum Leute mit einem derart großen Hass gegen freie Projekte oder ganze Distributionen polemisieren. Da sind Menschen, die bemüht sind, auf unterschiedliche Weise uns freie Software zur Verfügung zu stellen. Dank Meinungsverschiedeneheiten darüber, wie dies am besten zu bewerkstelligen sei, gibt es eine Vielfalt an Projekten und Distributionen. Aber anstatt sich das für einen geeignete heraus zu suchen, und die anderen als friedliche Koexistenz zu betrachten, gibt es Nörgelorgien und Hasstiraden. Das hat mit guter und meines Erachtens notwendiger Kritik von Anwenderinnen und Anwendern nichts mehr zu tun.

Viele Grüße,
 Holger

ralul

Hi Holger, ich finde openSUSE als Projekt auch recht vielversprechend, zumal dort jetzt eine Entwicklung nachgeholt wird in Richtung Ethik Agenda, wie sie schon lang bei Debian besteht. Und vielleicht bringt die wieder Selbstständigwerdung von SUSE als Firma, also die Trennung von Novell nach dem Verkauf, auch ihr Gutes, ist aber noch vieles unklar.

Die Beschreibung von openSUSE-11.3 als Rolling Release stimmt so nicht ganz: Es gibt für das stabile Release 11.3 viele rollende Zusatzrepos, bis zu kde-4.6. Das "Release" openSUSE-factory ist so etwa wie Debian testing/unstable, aber manchmal wirklich unstable, wie gerade jetzt.

Es wurde vor Weihnachten angekündigt ein wirklich rollendes, getestetes Release nach der Freigabe von openSUSE-11.4 einzuführen: openSUSE-Tumbleweed, was auf 11.4 aufbauen soll. Es gibt schon Probeverzeichnisse von Tumbleweed, die auf 11.3 aufbauen.
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holgerw

Hallo Ralph,

QuoteDie Beschreibung von openSUSE-11.3 als Rolling Release stimmt so nicht ganz: Es gibt für das stabile Release 11.3 viele rollende Zusatzrepos, bis zu kde-4.6. Das "Release" openSUSE-factory ist so etwa wie Debian testing/unstable, aber manchmal wirklich unstable, wie gerade jetzt.

Genau so meinte ich es auch, an anderer Stelle schrieb ich schonmal, dass bei mir nur bestimmte Repos von OpenSUSE rollen. Ich habe von Factory lediglich das aktuelle Teilrepo für KDE4.6 frei geschaltet, und werde mich hüten, komplett auf Factory umzustellen.

Ich werde mir diesen Thread nochmal genau ansehen und wohl nach "freie Rede" verschieben.

Viele Grüße,
 Holger

ralul

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Phoenix

Quote from: "holgerw"
Ganz davon abgesehen frage ich mich manchmal, am extremsten ist es auf pro-linux, warum Leute mit einem derart großen Hass gegen freie Projekte oder ganze Distributionen polemisieren. Da sind Menschen, die bemüht sind, auf unterschiedliche Weise uns freie Software zur Verfügung zu stellen. Dank Meinungsverschiedeneheiten darüber, wie dies am besten zu bewerkstelligen sei, gibt es eine Vielfalt an Projekten und Distributionen. Aber anstatt sich das für einen geeignete heraus zu suchen, und die anderen als friedliche Koexistenz zu betrachten, gibt es Nörgelorgien und Hasstiraden. Das hat mit guter und meines Erachtens notwendiger Kritik von Anwenderinnen und Anwendern nichts mehr zu tun.

Hallo Holger,

jetzt reizt es mich doch zu antworten...

Welches Pro- Linux meinst Du? Das Forum oder die Nachrichtenseite? Im Grunde ist die Seite etwas openSUSE- lastig, aber Krawall? Oder meinst Du Kommentare von Nutzern zu Nachrichten- Beiträgen?

Die Kommentare auf vielen Webseiten, die die "freie" Kommentierung zulassen, sind selten polemikfrei. Tut mir leid, solche Wortakrobaten halte ich für Kindergarten- Kinder.

Ich hab keine Vorstellung, weshalb ich mich rechtfertigen müßte, daß ich neben aptosid auch andere Distris teste (Ja, openSUSE und Mandriva z.B.) und vor allem aptosid nicht als Produktivsystem nutzen möchte. Nach meiner Erfahrung gibt es einfach keine Distri, die alle Erkentnisse für sich gepachtet hat.

Für mich ist aptosid einfach eine Reiz- Distri (Achtung, positiv gemeint!), die mir Erkenntnisse verschafft, die ich woanders nicht bekommen hätte.

Und immer diese Verunglimpfung, wie z.B. Winux oder lindows für äußerlich relativ nah an Redmond orientierte Distris- die sind kein WIN und werden das auch nie. Ich gebrauche beide Begriffe auch hin und wieder, aber nur in dem Zusammenhang, daß ich jemand auf die Schüppe nehmen will, ohne daß er das sofort merkt.

Jetzt hoffe ich, daß dies als Meinungsäußerung durchgeht

Nette Grüße

Phoenix

holgerw

Hallo Phoenix,

ich meine Kommentare zu Nachrichten. Neulich erst gab es die Meldung zum neu veröffentlichten digikam 1.8.0. Neben einigen lobenden Worten findest Du dann auch gleich solche, die erst einmal damit anfangen, was digikam zu können hat, was es nicht können darf, und das es viel zu viel kann von dem, was es nicht können darf :-)

Dann wird von dem Unixmotto - es widerstrebt mir, so etwas auch nur ansatzweise als Philosophie zu bezeichnen - gerschwafelt, jedes Programm habe für eine Aufgabe herzuhalten. Im Kontext moderner komplexer Desktopanwendungen halte ich das für überholt.

Natürlich ist es dann auch Müll, dass Entwickler es wagen, digikam von kde Paketen abhängen zu lassen, das belastet ja die Festplatte und den Ram, und eine Todsünde ist es, dass sie es wagen, das Programm auf Windows zu portieren.

Neue Meldungen zu KDE werden auch rasch zerquatscht, mancher Gnome Meldung ergeht es übrigens auch nicht besser.

Ich lese gerne Kommentare zu neuen Meldungen, weil sie eine gute Informationsquelle sein können. Wenn zwischen guten Kommentaren aber zunehmend Hasstiraden zu finden sind, vergeht mir die Lust am Lesen.

Viele Grüße,
 Holger

DonKult

Das geht übrigens nur den wenigen (aber lautstarken) durchgeknallten Anwendern so, die Entwickler selbst kommen ganz gut miteinander aus, jedenfalls war das mein Eindruck vorletzte Woche beim "AppStream" Meeting im Novell-Headquarter in Nürnberg. 5 Distribution an einem Tisch und nach 2½ Tagen nicht einmal ein Toter...


"Das Unixmotto" halte ich aber keinerfalls für überholt! Das ist sehr wichtig, den irgendwas läuft schief wenn grep plötzlich Videoabspielen kann (um in Untertiteln zu suchen) und digikam einen Mailclient eingebaut bekommt (Jedes Programm wird so lange erweitert, bis man Mails damit verschicken kann). Dadurch verliert ein Programm nämlich seine Fokusierung und rutscht ins Mittelmaß ab, den keiner kann eine eierlegende Wohlmilchsau anständig bedienen geschweigeden warten und pflegen. Da sollte man sich doch lieber auf das "Kerngeschäft" konzentrieren und das gut machen. Von digikam (ohne es je benutzt zu haben) erwarte ich eine Bild-, eventuell Filmverwaltung, mit dazu passenden Featuren. Da es KDE ist können das ruhig ein paar mehr sein. Nicht erwarten tue ich einen eingebauten Twitter- und Mailclient mit PopUp-Blockerleiste für 10 unterschiedliche Browser als Zusatzfeatures... Das sagt für mich das "Unixmotto" aus...


Disclaimer: Wie gesagt, ich hab digikam nie benutzt und alles was ich über Features gesagt habe ist (hoffentlich) frei erfunden!

holgerw

Hallo David,

dass ein Programm seinen Hauptfokus behalten soll, sehe ich auch so. Entwickler von KDE Programme neigen nun aber einmal dazu, eher zuviele als zuwenige Features in die Software zu packen.

Digikam hat keinen eingebauten Mailclient, gleichwohl gibt es das kipi-Modul Bilder per Mail verschicken, mit dessen Hilfe die Bilder für den Versand optimiert werden können hinsichtlich Größenänderung, und das sehr bequem. Geht man dann auf ausführen, öffnet sich kmail, und hat die präparierten Bilder schon als Anhang, man muss nur noch Adresse und Text eintippen und die Mail losschicken.

Das entsprechende kipi-Modul füllt also eine Lücke, die weder eine reine Fotoverwaltung, noch ein Mailclient beherrscht. Dadurch wird das Motto "für jede Aufgabe nur ein Programm" modifiziert, da viele Features von digikam und den kipi-Modulen meines Erachtens sinnvolle Brücken zu anderen Programmen bilden, um die ich mich händisch dann nicht mehr zu kümmern brauche. Dass dadurch der Programmcode umfangreicher wird, bleibt nicht aus.

Ein anderes Beispiel ist meines Erachtens luckybackup. Ich kann Zeit aufwenden, um mich durch die ellenlange Manpage von rsync durch zu arbeiten. Ich kann aber auch kurz auf das sehr anwendungsfreundliche luckybackup mit seinen anklickbaren Funktionen schauen und habe rasch ein Erfolgserlebnis. Wenn mich dahinter liegende rsync Befehle interessieren, erlaubt mir luckybackup auch die Einsicht. Ich kann mich mit cron, der crontab und der manuellen Edition beschäftigen, um rsync zu automatisieren. Ich kann aber auch über luckybackup rsync Routinen automatisieren.

Ich meine folgendes nicht provokant, aber  im 21. Jh. erwarte ich, dass mir Software, sei sie proprietär oder frei, diese Bequemlichkeiten bietet, und ich möchte die Freiheit haben, mich in Hintergrundwissen einarbeiten zu können aber nicht zu müssen, damit etwas funktioniert, und was das betrifft, geht sicherlich ein großes Plus in Richtung freie Software.

Viele Grüße,
 Holger

holgerw

Quote from: "ralul"oh, da hab ich was schönes, ganz neues für dich, Holger, neu als stabil kde-4.6 (nicht factory):

http://download.opensuse.org/repositories/KDE:/Release:/46/openSUSE_11.3/

und extra
http://download.opensuse.org/repositories/KDE:/Extra/KDE_Release_46_openSUSE_11.3/

Hallo Ralph,

danke für die Hinweise, die Repos sind sehr gut.

Viele Grüße,
 Holger

DonKult

Quote from: "holgerw"dass ein Programm seinen Hauptfokus behalten soll, sehe ich auch so. Entwickler von KDE Programme neigen nun aber einmal dazu, eher zuviele als zuwenige Features in die Software zu packen.
Daher der Seitenhieb mit: "Da es KDE ist können das ruhig ein paar mehr sein." ;)

Mit Mailclient meinte ich natürlich fullblown mit eigener Address- und Kontoverwaltung und dergleichen, wenn doch aber nur eine "graphische Pipe" (digikam | kmail) verwendet wird um die Ausgabe von Digikam (Bild) in KMail zu pipen dann ist doch alles okay...

Und gegen graphische Frontends hat doch auch keine anständige Sau was (vor allem ich als Anwender nicht gegen luckybackup)
immerhin sind die ja auch zusammengesteckt: luckybackup verwendet immerhin rsync und erfindet nicht extra mal "schnell" das Rad neu, weils eben schon ein funktionierendes Programm gibt, dass sich darum kümmern kann.


Das ist doch gerade das, was viele als Chance erkennen: Teile und Herrsche wie die alten Römer schon wussten. Ein Programm alleine kann unmöglich alle Bedürfnisse zufriedenstellend erfüllen, also versuche ich es so anzulegen, dass es wenigstens ein Bedürfnis zufriedenstellend erfüllt und die Möglichkeit bittet es mit anderen Ein-Bedürfnis-Programmen zusammenzustecken. Das Ergebnis ist dann zumeist besser als die Summe seiner Teile.

Und um den Bogen zurückzuspannen auf den Anfang des Threads: Da jeder andere Bedürfnisse hat und andere Kombinationsmöglichkeiten wahrnimmt gibt es auch so viele Distributionen, da auch hier nicht "one size fits all" gilt (das klappt maximal bei Wollmützen). Den Sinn hinter der jeweiligen Distribution muss da schon jeder für sich entdecken, genauso wie den Sinn des Lebens, des Universum und dem ganzen Rest, den nicht für jeden ist die Antwort darauf 42. ;)

ralul

@DonKult, kannst Du von Appstream was erzählen. Ich habs nicht so ganz verstanden, wozu? Kommerzielle Angebote von Softwär, Distro übergreifend?
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DonKult

Quote from: "ralul"@DonKult, kannst Du von Appstream was erzählen. Ich habs nicht so ganz verstanden, wozu? Kommerzielle Angebote von Softwär, Distro übergreifend?
Ja. Ja (wie man sieht). Nein, Gott, Nein.

Ziel ist kurzgesagt ein aufgemotztes Software Center was auf gemeinsamer Basis läuft um Daten wie Screenshots, Tags und Rating&Reviews austauschen zu können. Also App im Sinne von Games, LibreOffice, Iceweasel und Co. als Abstraktion über der Ebene der Pakete. Von Kommerz ist da erstmal keine Rede, wobei ich mir vorstellen kann, dass die kommerziellen sicherlich auch darüber einen Vertriebskanal bieten wie es Ubuntu ja bereits tut, aber du kannst versichert sein, dass die beiden Debianvetreter auf dem Absatz kehrt gemacht hätten, wenn es um rein kommerzielle Interessen gegangen wäre. Vorallem, da Debian in dem Bereich wohl die größte Basis hat (screenshots, debtags, popcon, xapian, ...)

Die "Initative" heißt ja nicht umsonst AppStream und nicht "AppStore"... Wir haben massenweise freie Software und täglich kommt neue hinzu, die aber in dem Wust an Paketen untergeht...
(und nein, es wird nie eine Application geben die AppStream heißt, noch wird es mit an Sicherheit grenzer Wahrscheinlichkeit eine Application geben, sondern wohl auch sehr spezialisierte wie goplay).

reddark

Quote
und nein, es wird nie eine Application geben die AppStream heißt, noch wird es mit an Sicherheit grenzer Wahrscheinlichkeit eine Application geben, sondern wohl auch sehr spezialisierte wie goplay
Ich vermute mal, es hat was damit zutun (?!): http://www.pro-linux.de/news/1/16659/erste-version-von-bretzn-freigegeben.html

DonKult

Quote from: "reddark"
Quote
und nein, es wird nie eine Application geben die AppStream heißt, noch wird es mit an Sicherheit grenzer Wahrscheinlichkeit eine Application geben, sondern wohl auch sehr spezialisierte wie goplay
Ich vermute mal, es hat was damit zutun (?!): http://www.pro-linux.de/news/1/16659/erste-version-von-bretzn-freigegeben.html
Nein, das Bretzelmeeting kam danach und hat zwar Überschneidungen im Thema, aber "AppStream" (App Installer Meeting) befasst sich mit der Basis und dem Austausch der Daten um Zusammenzuarbeiten, das Bretzelprojekt mehr mit der schnelleren Auslieferung von neuem "Zeugs" an die Anwender.

Wie üblich beweihräuchern sich die großen Newsportale wieder einmal nicht gerade mit Detailtreue. Einen Prototypen von "AppStream" gibt es nicht (geschweigeden das es Bretzn wäre) und es geht eben nicht um eine "Verteilung" der Applicationen oder eine "Vereinigung" der "AppStores" - es wird sicherlich viele geben, da einer nicht alle glücklich machen wird. Der Sinn der Zusammenarbeit besteht mehr darin diese entwickelte Software unabhängig vom unterliegenden System einsetzen zu können. Das Software Center ist soweit ganz nett und goplay ein guter Anfang, genau wie Enricos komplett tagbasiertem Prototyp, wieso also für jede Distribution ein eigenen entwicklen wenn man ihn doch auf Anforderungen zuschneiden kann und dann unabhängig von der Distribution hat. Eine eigene Bürosoftware für Debian, Fedora, OpenSuse und Co. jeweils unabhängig entwickelt wäre ja auch Schwachsinn...
http://news.opensuse.org/2011/01/26/app-installer-meeting-or-more-collaboration-accross-borders/

Phoenix

Hallo zusammen,

was ich so wichtig fand:

Quoteholgerw

Dann wird von dem Unixmotto - es widerstrebt mir, so etwas auch nur ansatzweise als Philosophie zu bezeichnen - gerschwafelt, jedes Programm habe für eine Aufgabe herzuhalten. Im Kontext moderner komplexer Desktopanwendungen halte ich das für überholt.
Unixmotto als Leitlinie- ja; als Dogma- absolut nein. Schließlich möchte ich keine Glaubenskämpfe austragen, sondern mit Programmen Ergebnisse erzielen.

Quoteund eine Todsünde ist es, dass sie es wagen, das Programm auf Windows zu portieren.
Von der Philosophie her ein Sakrileg, vom Nutzen für die Linuxabteilung her kann das nur gut sein. Daten sind dann ohne Umwandlung austauschbar, und durch die breite Anwendung kommen vielleicht genügend Hinweise zusammen, ein Programm noch nutzerfreundlicher zu gestalten.

QuoteDonKult

5 Distribution an einem Tisch und nach 2½ Tagen nicht einmal ein Toter...
Naja, war ja auch nicht 12:00 Uhr Mittags...

Quote"Das Unixmotto" halte ich aber keinerfalls für überholt!
Von digikam (ohne es je benutzt zu haben) erwarte ich eine Bild-, eventuell Filmverwaltung, mit dazu passenden Featuren. Da es KDE ist können das ruhig ein paar mehr sein. Nicht erwarten tue ich einen eingebauten Twitter- und Mailclient mit PopUp-Blockerleiste für 10 unterschiedliche Browser als Zusatzfeatures... Das sagt für mich das "Unixmotto" aus...
Alles in ein Programm 'reinzupferchen, ist schon soweit Unfug, weil dann auf einem Rechner leicht dutzendfach das gleiche Programm installiert ist. Austausch- oder Schnittstellen sollten aber Bestandteil der Einzelprogramme sein, damit das Vermittlungsprogramm nicht für alle Möglichkeiten Koppelstellen beinhalten muß.

QuoteDas entsprechende kipi-Modul füllt also eine Lücke, die weder eine reine Fotoverwaltung, noch ein Mailclient beherrscht.  
Ich vermisse z.B. im Moment eine Austauschmöglichkeit von svg- Dateien zwischen Inkscape und OO Draw. Ich konnte bislang nur Ergebnisse erzielen, wenn ich die Inkscape- Datei in OO Draw importiere.

Quoteaber im 21. Jh. erwarte ich, dass mir Software, sei sie proprietär oder frei, diese Bequemlichkeiten bietet, und ich möchte die Freiheit haben, mich in Hintergrundwissen einarbeiten zu können aber nicht zu müssen, damit etwas funktioniert,
Leider stimmt das, manchmal muß man die dreifache Zeit aufbringen, die wichtigsten Programmbedienmöglichkeiten zu ergründen, statt eine Wunschvorstellung auszuarbeiten.

QuoteDonKult

Und gegen graphische Frontends hat doch auch keine anständige Sau was
Naja, auch wenn ich gleich verhauen werde: zu 90% gibt es hier Konsolentipps...

QuoteDas ist doch gerade das, was viele als Chance erkennen: Teile und Herrsche wie die alten Römer schon wussten. Ein Programm alleine kann unmöglich alle Bedürfnisse zufriedenstellend erfüllen, also versuche ich es so anzulegen, dass es wenigstens ein Bedürfnis zufriedenstellend erfüllt und die Möglichkeit bittet es mit anderen Ein-Bedürfnis-Programmen zusammenzustecken. Das Ergebnis ist dann zumeist besser als die Summe seiner Teile.
Modularer Aufbau oder Legosystem trifft etwa die gleichen Vorstellungen. Die Schwierigkeiten liegen nur im vernünftigen Zusammenspiel der Module.

QuoteDonKult

Wir haben massenweise freie Software und täglich kommt neue hinzu, die aber in dem Wust an Paketen untergeht...
Bei mir liegt das Hauptproblem darin, daß ich einer Suchmaschine nicht einfach begreiflich machen kann, was ich möchte, und mir die Maschine dann ein Programm als Ergebnis auswirft. Die SM mit Synonymen zu füttern und dann das entsprechende Programm zu suchen, kann manchmal recht schwierig werden.

Ich finde es besonders bedauerlich, daß gute Entwickler oftmals keine Vorstellung davon haben, wie Anwender ohne seine Kenntnisse und Erfahrungen mit seinem Werk umgehen können.

Nette Grüße

Phoenix