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Author Topic: [DE] Dateisystem(e) externe SSD  (Read 2175 times)

Offline H-Cl

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[DE] Dateisystem(e) externe SSD
« on: 2023/06/07, 20:33:07 »
Hi zusammen,

ich habe mir eine USB-C SSD zugelegt. Diese möchte ich für eine für VM mit Siduction und Daten nutzen.

Die VM wird von einem Windows Laptop gestartet, auf die Daten möchte ich ausschließlich von Linux (Siduction-VM auf Windows-Rechner bzw. Linux Rechner) zugreifen. Welche Partitionierung würdet ihr empfehlen?

- Komplett NTFS
- Komplett exFAT (Auslieferungszustand)
- Kleine Partition mit NTFS oder exFAT für die VM, den Rest für Daten mit Ext4
- Sonstige Vorschläge?

Vielen Dank für eure Empfehlungen!
Dignus est intrare (Acidix Hydrochloridix)

Offline ro_sid

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Re: Dateisystem(e) externe SSD
« Reply #1 on: 2023/06/08, 01:15:09 »
Hallo, gute Nacht :)!

Zum Thema:
Vermutlich ist NTFS+ext4 die beste Wahl, eventuell auch (nur) NTFS. Es hängt ein bißchen vom Verwendungszweck ab.
  • exFAT kann keine Symlinks und (ich glaube, auch keine) Hardlinks.
  • NTFS kann beides, läßt sich von MS-Windows aus lesen(!) - im Gegensatz zu ext4, es sei denn man installiert Zusatzsoftware -, hat aber von Linux aus kein Benutzerrechte-Management (oder nur sehr bescheidenes); "jeder" kann die Daten lesen. Es gibt leider auch keine Möglichkeit eines nennenswertens "fsck" dafür unter Linux, man muß das von MS-Windows aus erledigen. Maximale "Portabilität" des Inhalts auf andere Betriebssysteme nach exFAT/vFAT (vFAT "kann" keine großen Dateien). Alle diese Dateisysteme "können" keine Groß-/Kleinschreibung (aware, not capable), soll heißen, sie merken sich die Schreibung einer Datei, es kann aber keine weitere geben, die sich nur in der Groß-/Kleinschreibung davon unterscheiden (TEXT, text, Text nicht gleichzeitig möglich) - Fluch und Segen :).
  • ext4: Volles Unix Rechtemanagement, eingeschränkter bis kein Zugriff von anderen Betriebssystemen.
  • Btrfs (statt ext4)? Ich selber bin (bisher) kein Freund davon. (Noch) zu schlecht in den "Rettungswerkzeugen" und hat, anders als etwa ZFS, seine "Unzerstörbarkeit" nicht (gut genug) bewiesen. Xfs eventuell wenn es sich um (sehr) große Dateien (Filme o. ä.) handelt; dafür wurde es mal entwickelt. Aber ext4 kann das m.E. inzwischen genauso gut.
Viel Erfolg!

Offline H-Cl

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Re: Dateisystem(e) externe SSD
« Reply #2 on: 2023/06/08, 08:57:19 »
Danke für die ausführliche Antwort !

Die Kombination NTFS + Ext4 war auch mein erster Gedanke, aber ich hatte die Hoffnung auf eine flexiblere Lösung, bei der alles in einer Partition abgelegt wird.

Die Anwendung ist folgende: Ich möchte auf Dienstreisen nicht immer meinen privaten Laptop mitschleppen.
Ich darf den Firmenlaptop in gewissen Grenzen zwar privat nutzen, aber ich möchte eine saubere Trennung von privaten und dienstlichen Daten, außerdem mag ich Windoof nicht. Booten von USB ist gesperrt und die Installation von Ext4-Treibern nicht zulässig.

« Last Edit: 2023/06/08, 09:04:05 by H-Cl »
Dignus est intrare (Acidix Hydrochloridix)

Offline ro_sid

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Re: Dateisystem(e) externe SSD
« Reply #3 on: 2023/06/08, 11:08:57 »
Bitte sehr, gerne geschehen.

Hmm. Ich hätte für das geschilderte Szenario noch eine Idee, die vielleicht sogar mit exFAT, sicherlich aber mit NTFS allein funktioniert:
Nämlich die "Daten-/ext4-Partition" als Container-Datei innerhalb der (einzigen) SSD-Partition anzulegen. Entweder zusammen mit der VM-System-Disk als weitere Partition oder als "weitere Disk"-Datei.
Mit qemu oder Virtualbox wüßte ich sogar, wie das ginge, mit MS-Windows Hyper-V kenne ich mich da nicht (so) gut aus. Aber es läßt sich da sicherlich auch ein VHD-Container anlegen, der im Innern "anders" (z.B. ext4) formatiert wird.
[Man sieht, ich bin auch kein Liebhaber von MS-Windows und konnte es in den letzten ca. 15 Jahren (fast) komplett vermeiden. Das "fast" bezieht sich auf NTFS-Checks, wofür ich halt "chkdsk" & Co. brauche. Falls jemand da(für) eine praktikable Alternative weiß ... :)]

Offline H-Cl

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Re: Dateisystem(e) externe SSD
« Reply #4 on: 2023/06/09, 09:22:19 »
Auch das habe ich schon überlegt, aber das erschwert die Synchronisation der Daten mit meinem Desktoprechner und die Nutzung an meinem privaten Schlepptop. Die Aufteilung dürfte somit die beste Variante sein. Ich habe jetzt mal 200GB geopfert, um ggf. mehrere VMs nutzen können.

Dignus est intrare (Acidix Hydrochloridix)

Offline orinoco

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Re: Dateisystem(e) externe SSD
« Reply #5 on: 2023/06/19, 20:55:40 »
Wenn Du wirklich nur mit Linux auf die Datenpartition zugreifen willst, wirf mal einen Blick auf F2FS. Ich benutze es für eine externe SSD an meinem Desktop bzw. Notebook. Es ist für Flashspeicher optimiert.

Bei meinem Raspberry PI benutze ich das auch. Initialisiert wird klassisch von SD-Card und dann von einer F2FS Partition weiter gebootet. Der Großteil des Speichers (!TB) wird als Samba- bzw. NFS-Share genutzt und entsprechend oft geschrieben bzw. gelöscht.

Früher war die F2FS Partition auf einem USB-Stick; heute auf einer SSD mit USB2SATA-Adapter. Seit >8 Jahren keine Ausfälle durch kaputten Flashspeicher.

Offline H-Cl

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Re: Dateisystem(e) externe SSD
« Reply #6 on: 2023/06/24, 11:43:37 »
Klingt interessant. Da es bis zum ersten Einsatz noch ein paar Wochen dauert, habe ich nochmal neu formatiert und bin gerade am "Tanken".

Hier gibt es übrigens einen Vergleich verschiedener Benchmarks:
https://openbenchmarking.org/result/1608041-LO-LINUX44BT99
F2FS meist die Nase vorn. Lediglich beim BlogBench Write hat Ext4 einen signifikanten Vorteil, aber laut Beschreibung
Quote
BlogBench is designed to replicate the load of a real-world busy file server
ist das für meine Anwendung wohl eher nicht relevant.



Dignus est intrare (Acidix Hydrochloridix)