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Author [EN] [PL] [ES] [PT] [IT] [DE] [FR] [NL] [TR] [SR] [AR] [RU] Topic: Linux Installationsparty am 16. Oktober 2010 in Grafing  (Read 4428 times)

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Offline autoandimat

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Re: Neuer Versuch unter anderem Thema
« Reply #15 on: 2010/10/23, 00:16:19 »
Quote from: "mylo"
Weitere Mehrwert-Aspekte sind:

- ein im Vergleich zu Win extrem stabiles System,
- (Virus hattest Du schon),
- die Möglichkeit, tausende Programme zu installieren und auszuprobieren, und zwar OHNE mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen,
- ...


Ich finde die Argumente nicht so wirklich optimal. Ich verwende gleichermassen Win7 und Linux.
Signifikante Stabilitätsprobleme habe vom eigentlichen Betriebssystem her unter beiden nicht.
Was die Apps betrifft ist das ganze zwiegespalten. Videoschnitt-Programme stürzen (bei deutlich geringerem Funktionsumfang) unter Linux bei mir dauerhaft ab während sie unter Win7 sehr stabil sind, ebenso Flash. Bei anderen Apps sieht das wieder umgekehrt aus.
Die Möglichkeit viele Programme zu installieren und auszuprobieren, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, gibt es gleichermassen mit Testversionen unter Win auch. Nur dass man Sharewareapps nach Ablauf der Testfrist kaufen muss wenn man sie haben möchte. :wink:

Ich weiss dass ich den Zorn einiger auf mich ziehen werde aber man sollte nicht zu sehr aus dem Fenster lehnend argumentieren. :roll:

Grundsätzlich finde ich es ne gute Sache die Vorzüge von Linux zu bewerben. Ich mache das auch indem ich Musikproduktionen mit dem Hinweis, dass sie auf Linux gemacht wurden, veröffentliche. In puncto Audio mache ich alles mit Linux und zeige das auch.
Es spricht nix dagegen die Aufmerksamkeit  auf die Pluspunkte zu legen und neue User anzusprechen.

Wenn man allerdings bei der Argumentation ständig auf Nachteile von Windows zeigt, hätte das ganze einen missionarischen Charakter der den Eindruck vermittelt, dass man Windows ganz einfach durch Linux ersetzen kann. Und das klappt (noch) nicht in allen Lebenslagen – leider. :cry:
Man muss sich mal eines klar vor Augen halten: Der Umsteiger, der von Windows kommt, kann nicht mal eben nen Perl-Script starten oder in einer Grub-Datei herum editieren. Der weiss nichtmal wie man mit dem Installer ne /home-Partition einrichtet und warum er das überhaupt machen soll.
Wenn der arme Wicht erstmal die fischkalte „lies mal die Manpage Mentalität“ in vielen Foren zu spüren bekommt verliert der schnell den Appetit. :mrgreen:

Ich fände es geschickt wenn man die Vorzüge von Linux darstellt ohne vergleichsweise gegen Windows zu argumentieren. Damit vermeidet man einen unüberlegten Umstieg. Für diesen kann sich der user hinterher selber entscheiden wenn er es parallel als Alternative genutzt hat und damit klar kommt.
Er wird mit einigen Stolpersteinen konfrontiert werden und das sollte man ihm auch vermitteln.
Und man muss ganz klar damit leben, dass wenn man neue User anwirbt, diese hinterher auch Anfängerfragen stellen. :mrgreen:
Man muss also die Geister die man ruft auch hinterher bändigen können. :lol:

holgerw

  • Guest
Linux Installationsparty am 16. Oktober 2010 in Grafing
« Reply #16 on: 2010/10/23, 10:52:08 »
Hallo,

bei der Bewerbung von freier Software kommt einem leider häufig ein Phänomen dazwischen, mit dem wohl jeder umgehen lernen muss, der etwas an einem Status Quo ändern möchte. Gemeint ist die oft dumme Stereotype: Der Status Quo ist pragmatisch und daher vernünftig, das was werden soll, also die Forderung nach Änderung, ist hingegen bloß ideologisch oder aber utopisch und daher unvernünftig.

Viele Grüße,
  Holger

Offline gas103

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Linux Installationsparty am 16. Oktober 2010 in Grafing
« Reply #17 on: 2010/10/23, 15:15:00 »
Hallo Holgerw und Autoandimant,

ich würde sagen die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.
Weil es scheinbar nicht in der Natur des Menschen liegt, Neues auszuprobieren, lehnt man es schnell ab. Man kennt ja das Neue nicht und hat dann Angst davor. Leider ist die Masse der Windowsuser nicht der Typ der sich stundenlang mit Manuals oder Foren herumschlägt. Windows ist ja aus der Idee geboren wurden, ein BS zu schaffen, das jeder bedienen kann.Wer es nicht kann muss halt zahlen.

Aber es stimmt auch, dass Windows inzwischen sehr stabil ist.
Was bei uns in der Arbeit eher das Problem ist, dass so viel verschiedene Softwarepackete zusammenkommen die sich nicht mehr vertragen. (Nach diversen Updates und Patches geht halt manches schief.) Da ist es oftmals leichter einen Rechner neu aufzusetzen als das BS zu reparieren.

Je nachdem, was der jeweilige User will, und was für ein Typ von Mensch er ist, ist das eine oder das andere besser für ihn. Soll doch jeder selbst entscheiden was er lieber nimmt.

Was unser Ziel sein sollte, ist die Basis von Linux zu verbreiten, damit die Masse erkennt sie müssen nicht immer Geld ausgeben um etwas Gutes zu haben und vielleicht auch um die Vormacht von MS auf dem Markt etwas zu reduzieren. (Wunschtraum)

In diesem Sinne
schönes Wochenende
gas103

holgerw

  • Guest
Linux Installationsparty am 16. Oktober 2010 in Grafing
« Reply #18 on: 2010/10/23, 17:22:45 »
Hallo @gas103,

mit meinem Beitrag wollte ich eher sagen, dass diejenigen, die einen Status Quo zu verteidigen haben, es häufig einfacher haben, als diejenigen, die etwas am Status Quo ändern möchten.

Dabei kann sogar der schon lange bestehende Status Quo in einigen Dingen sehr unausgegoren sein und Leidensdruck erzeugen.

Interessant ist konkret zu Betriebssystemen ja die Frage, ob etwa das große Angebot von freier Software Bedürfnisse, die ich an die EDV stelle, abdecken kann.

Meine Erfahrung mit Werbung für Linux ist, im Freundes- Bekannten- und Kollegenkreis zu schauen, ob überhaupt ein wenig Neugier da ist. Wenn ja, kann ich von meinen Erfahrungen mit dem System berichten, und vielleicht bei manchen Interesse wecken, es doch mal parallel neben Windows aus zu probieren.

Quote
Je nachdem, was der jeweilige User will, und was für ein Typ von Mensch er ist, ist das eine oder das andere besser für ihn. Soll doch jeder selbst entscheiden was er lieber nimmt.


Es gibt sogar Leute, die beides nutzen :-) Mein Vater verwendet PCLinuxOS auf seinem System für digitale Fotobearbeitung. Nur sein guter HP Scanner läuft überhaupt nicht mit Linux, daher startet er, falls er mal scannen möchte, einfach unter Linux VBox mit einem Win XP.

Viele Grüße,
  Holger

Offline autoandimat

  • User
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Linux Installationsparty am 16. Oktober 2010 in Grafing
« Reply #19 on: 2010/10/24, 02:00:47 »
Quote from: "holgerw"
mit meinem Beitrag wollte ich eher sagen, dass diejenigen, die einen Status Quo zu verteidigen haben, es häufig einfacher haben, als diejenigen, die etwas am Status Quo ändern möchten.


Das stimmt. :wink:
Ich würde aber allgemein auch, wie du, erstmal abchecken ob ein Interesse oder eine Neugier besteht. Interesse zu wecken indem man zeigt was man mit Linux machen kann finde ich durchaus ok.
Für eine Änderung des Status Quo bedarf es ja in aller Regel einer Motivation. Meistens ändert man ja nur dann etwas wenn es einen Anlass gibt.
Ich bin Anfang 2004 zu Linux gekommen weil bei meinem Win98 Dauerabstürze und Neuinstallationen fast an der Tagesordnung waren.
Als MainActor eingestellt wurde hatte ich unter Linux kein funktionierendes Videoschnitt-Programm mehr und bin für diese Sache dann wieder zu Windows.



Meine Erfahrungen damit für Linux zu werben sind auch langfristig nicht erfolgreich gewesen. Keiner von denen wo ich Linux installiert hatte ist jemals dabei geblieben.
Die Leute kamen schlichtweg damit nicht klar. Am Schluss musste ich mir oft Vorwürfe anhören dass ich so etwas empfohlen hatte.

Ich persönlich wollte den Umstieg damals selber. Aber einfach war das nicht. Man hatte mir auf einer Installtionsparty in Wilhelmshaven gezeigt wie man Debian Woody installiert. Das sah auch alles ganz easy aus wenn man das von den Profis vorgemacht bekam.
Zu Hause habe ich aber rein gar nix auf die Kette bekommen ausser kernel-panic. :mrgreen:

Mittlerweile wird das alles nicht mehr ganz so krass sein da sich in beiden Gefilden viel getan hat. Windows ist stabiler und Linux einfacher geworden.
Aber so richtig easy ist der Umgang mit Linux immer noch nicht.
Stoplersteine sind für Umsteiger mit Sicherheit zu erwarten. Ebenso wird er viel Zeit und auch Nerven investieren müssen. Und ich denke dass man ihm das fairerweise vorher klar machen sollte.

Sicherlich ist das immer an subjektiven Eindrücken gebunden. Ich selber bin seit Jahren im Audio-Bereich zufriedener Linux-Nutzer, wäre aber nicht ehrlich wenn ich diese kritischen Eindrücke unter den Tisch kehren würde. :wink:

Quote from: "gas103"
Was unser Ziel sein sollte, ist die Basis von Linux zu verbreiten, damit die Masse erkennt sie müssen nicht immer Geld ausgeben um etwas Gutes zu haben und vielleicht auch um die Vormacht von MS auf dem Markt etwas zu reduzieren. (Wunschtraum)


Ja, ein bisschen Wunschtraum ist das (noch) schon. Die Masse erreichst du nur mit einer intuitiven Arbeitsumgebung, leichter Bedienbarkeit, möglichst einfachen und verständlichen Installationsroutinen und Möglichkeiten der Systempflege.

Das ist unter Linux alles auf jeden Fall besser geworden, aber derzeit bestimmt noch nicht wirklich massenkompatibel.

Von daher würde ich zumindest momentan noch etwas kleiner stapeln. Neue User zu gewinnen ist immer ein gutes Ziel aber ich würde mir schon genau anschauen wen ich da in den Focus nehmen würde.
Wenn Lieschen Müller mit ihrem Aldi-PC und Win zufrieden ist würde ich persönlich mittlerweile Abstand davon nehmen in diese (wenn auch vielleicht zweifelhafte) Idylle einzugreifen. :lol: Ganz einfach weil es erfahrungsgemäss nach hinten los gehen kann und dann sind beide Seiten frustriert. :roll: