Stallman vs ubuntu

Begonnen von ayla, 2012/12/08, 14:21:59

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

agaida

cryptosteve:
ZitatIn an effort to bootstrap the GNU Operating System, Richard Stallman asked Andrew S. Tanenbaum, the author of the Amsterdam Compiler Kit (also known as the Free University Compiler Kit) if he could use that software for GNU. When Tanenbaum told him that while the University was free, the compiler was not, Stallman decided to write his own.[9] Richard Stallman's initial plan[10] was to rewrite an existing compiler from Lawrence Livermore Lab from Pastel to C with some help from Len Tower and others.[11] Stallman wrote a new C front end for the Livermore compiler but then realized that it required megabytes of stack space, an impossibility on a 68000 Unix system with only 64K, and concluded he would have to write a new compiler from scratch.[10] None of the Pastel compiler code ended up in GCC, though Stallman did use the C front end he had written.[10]
There's this special biologist word we use for "stable". It's "dead". ~ Jack Cohen

michaa7

Zitat von: "cryptosteve"...
Könntest Du das etwas genauer umschreiben bzw. erläutern?

Nun, ich schreibe dies aus dem gedächtnis:
Es gab da vor längerer zeit (1-2 jahre) mal nen artikel, der sich relativ ausführlich über den werdegang freier (=quelloffener + weitergabe) software beschäftigte. Darin wurde aufgezeigt, wie im akademischen umfeld in den kindertagen der computerei der austausch von software sich wandelte von zunächst ganz selbstvertändlicher weitergabe nur des quellcodes (was *notwendig* war, weil damals die mainframes sehr individuelle anpassungen notwendig machten) hin zur restriktiveren verteilungsmechanismen (binärdateien, quellcode nur auf anfrage bis hin zur lizensierung). Alle details weiß ich nicht mehr, aber es wurde deutlich, dass die vorenthaltung des quellcodes zumindest bei einigen leuten zunächst zu verwunderung führte. Andere sahen darin jedoch eine einnahmequelle. RMS hat sehr schnell sehr weit nach vorne geblickt. Ob es nun im einzelnen prinzipien waren oder aufkommende lizenzrechtliche einschränkungen (der verfügbaren compiler), oder beides, jedenfalls führte diese situation dazu, dass er sowohl emacs als auch gcc als möglichkeit auf den weg brachte, quellcode ohne jede einschränkung weiterhin überhaupt erstellen und übersetzen zu können. Dass er dies machte bescherte ihm schon damals nicht nur freunde.

Auf die schnelle habe ich den artikel nicht wiedergefunden, die wikipedia
 http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman
beschreibt dies ähnlich, besonders im abschnitt: MIT und GNU-Projekt :

Zitat... gab es in der Softwarebranche einen aus Stallmans Sicht entscheidenden Wandel: Viele Firmen begannen, Software nicht mehr in der bis dahin weitgehend üblichen Form von Quelltexten auszuliefern, sondern in Form eines rein maschinenlesbaren Formates, dem sogenannten binären Format. Auch statteten von nun an einige Firmen ihre Software mit Lizenzen aus, die es den Anwendern verboten, die Programme weiterzuverteilen oder die Programme selbst zu verändern.
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake

cryptosteve

ja, aber warum wäre ohne den freier quellcode nicht mehr wäre als eine akademische fingerübung für irgendwelche ablagen.?
Freie Software ist ja nun weit mehr als GNU ...
- born to create drama -
CS Virtual Travel Bug: VF6G5D

michaa7

Zitat von: "cryptosteve"...
Freie Software ist ja nun weit mehr als GNU ...

Heute ja.

Mal schnell nach "apache compiler" gegoogelt:

http://httpd.apache.org/docs/2.2/install.html
ZitatAnforderungen:
...
ANSI-C-Compiler und Generierungswerkzeuge
Stellen Sie sicher, dass Sie einen ANSI-C Compiler installiert haben. Der GNU C Compiler (GCC) der Free Software Foundation (FSF) ist empfehlenswert. Wenn Sie den GCC nicht besitzen, stellen Sie zumindest sicher, dass der Compiler Ihres Anbieters ANSI-kompatibel ist. Außerdem muss Ihr PATH wesentliche Generierungswerkzeuge wie make enthalten.
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake

cryptosteve

Anstatt mal irgendein echtes Argument beizubringen, wirft hier jeder irgendwie nur kontextlose Snippets ab. Das ist mir irgendwie zu anstrengend heute.
- born to create drama -
CS Virtual Travel Bug: VF6G5D

michaa7

Zitat von: "cryptosteve"...wirft hier jeder irgendwie nur kontextlose Snippets ab....

schlechte laune heute?
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake

agaida

Ohne Kompiler keine freie Software, ohne freien oder offenen Quelltext keine freie Software. So einfach ist das.

Und wenn man für den Scheiss bezahlen muss, dann kann man 99 % der Autoren ganz einfach wegstreichen, weil sich das kein Privatmann mehr leisten kann. Von daher ist das Gnu-Projekt schon sehr wichtig. Ein paar andere Kleinigkeiten brauchts auch noch. Ohne vi, nano, less etcpp in freier oder offener Lizenz wird es ebenfalls sehr schwierig, irgendwas sinnvolles anzustellen.

EDIT: Ich vermute bei Stallman aber noch andere Gründe für seine Biestigkeit. Mark S. sponsert sein Ubuntu aus der Portokasse, irgendwo kann man ja das Budget nachlesen. Ich glaube nicht wirklich, dass die FSF diese Mittel zur Verfügung hat. Das macht Ubuntu und Mark S. sehr unabhängig von äusseren Einflüssen.

Und diesen Zustand nennt man dann wohl Sozialneid. Stallman träumt wahrscheinlich davon, auch mal so viel Kohle verbraten zu können - die ihm aber keiner gibt. Warum auch. Das kann einen auf Dauer schon leicht verbittern
There's this special biologist word we use for "stable". It's "dead". ~ Jack Cohen

bluelupo

Meine Meinung ist, es braucht Menschen die extreme Positionen vertreten, sonst tut sich in unserer westlichen Gesellschaft nichts mehr. Ab und an muss man diverse Menschen verbal eins vor dem Latz knallen, wie Stallman das praktiziert.

Linus ist zwar ein genialer Organisator bringt aber Linux in seiner Gesamtheit gegenüber kommerziellen Betriebssystemen nicht weiter.