Zwangsrouter

Begonnen von ayla, 2014/10/04, 19:54:04

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

ayla

http://www.pro-linux.de/news/1/21575/fsfe-bundesnetzagentur-will-verbraucher-entmuendigen.html

tja, ich bin mir da nicht sicher...

Übertreibt die FSFE da (mal wieder)?
Oder hätte mein Provider u.U. wirklich ein Interesse mir einen bestimmten Router vorzuschreiben? Was ja (erforderliches OS/Software zur Konfiguration/Zugangsdaten nicht verfügbar) für Linuxer schon zum Problem werden könnte.

Ich bin eigentlich ja der Meinung mein Provider wird den Teufel tun denn sich hier auf etwas einzulassen was ihn einen Teil seiner Kunden kosten könnte.

Greets
ayla

absolut

nein, die FSFE übertreibt meiner Meinung nach nicht.

Ja, der Provider hat ausreichend viele gute Gründe den Nutzern einen bestimmten Router vorzuschreiben, der entsprechende Zugriffsmöglichkeiten von extern zulässt.

Hinsichtlich Konfiguration durch den Nutzer: es läuft alles mittlerweile über ein Web-Frontend, ergo OS unabhängig. Nicht Bekanntgabe der Zugangsdaten macht den Umstieg auf andere Hardware (ohne externen Zugriff) viel umständlicher und daher für Laien nicht umsetzbar.

Der recht überschaubare Teil der Kunden, die durch diese Einschränkung wegfallen würden, wären für die meisten Provider vernachlässigbar.

bluelupo

Hi ayla,
die Provider denken da nur ans minimieren der Kosten für den Support und da ist der "Routerzwang" schon willkommen. Aber wir haben das alle selbst in der Hand dies nicht zu akzeptieren. Für mich ist das absolutes NoGo und ein Kündigungsgrund.

dieres

Solange es noch Alternativen gibt ! >:(

melmarker

und ich find die Fritzboxen nich mal schlecht, dazu muss man mich nicht wirklich zwingen :D
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

ayla

Zitat von: melmarker in 2014/10/05, 21:11:20
und ich find die Fritzboxen nich mal schlecht, dazu muss man mich nicht wirklich zwingen :D

hmm.. der Meinung war ich auch, bis zum letzten Update...
Das hatte ich plötzlich auf meinem Router obwohl ich sicher bin das ich den entsprechenden Schalter so gestellt hatte daß eine Fernwartung von außen nicht erlaubt ist. Und seit dem Update gibt es selbst diesen Fake-Schalter nicht mehr -oder ich bin inzwischen vollkommen verblödet.

ZitatFür mich ist das absolutes NoGo und ein Kündigungsgrund.
Dem kann ich in diesem Zusammenhang nur beipflichten und ich schau mich gerade um. Mein Endgerät gehört mir, da hat keiner ohne meine ausdrückliche Zustimmung durch explizites Freischalten dran rum zu schrauben -auch wenn es sich, wie in dem Fall um ein Sicherheitsupdate handelt, und meine Zugangsdaten sind mir zur Verfügung zu stellen.

Das Kostenargument kann ich nachvollziehen und auch daß es den Support erheblich erleichtert wenn nur eine kleine Anzahl von verschiedenen Geräten zu supporten sind -da hätte ich auch prizipiell erst mal nix gegen, denn ich würde ja selber davon profitieren wenn sich mein Provider mit dem Gerät bestens auskennt.

Was mich einfach stört ist dass da schon wieder "reguliert" werden muß. Muss denn alles bis ins kleinste vorgeschrieben werden? Was dabei raus kommt ist ja bei dieser Geschichte dann auch wieder zusehen.

Und hätte nicht eigentlich auch mein Provider ein Interesse nicht von einem einzigen Hersteller abhängig zu sein sondern wenigstens noch ein/zwei Alternativen zu haben?

Gruß
ayla

samoht

#6
@ ayla:
Zitat
hmm.. der Meinung war ich auch, bis zum letzten Update...
Das hatte ich plötzlich auf meinem Router obwohl ich sicher bin das ich den entsprechenden Schalter so gestellt hatte daß eine Fernwartung von außen nicht erlaubt ist. Und seit dem Update gibt es selbst diesen Fake-Schalter nicht mehr -oder ich bin inzwischen vollkommen verblödet.
Du hast vergessen, mitzuteilen, um welchen Typ es sich handelt. Auf meiner FritzBox gibt es diesen Schalter durchaus (siehe Anhänge).
Zitat
Übertreibt die FSFE da (mal wieder)?
Oder hätte mein Provider u.U. wirklich ein Interesse mir einen bestimmten Router vorzuschreiben? Was ja (erforderliches OS/Software zur Konfiguration/Zugangsdaten nicht verfügbar) für Linuxer schon zum Problem werden könnte.


Ich bin eigentlich ja der Meinung mein Provider wird den Teufel tun denn sich hier auf etwas einzulassen was ihn einen Teil seiner Kunden kosten könnte.
Erst nimmst Du die Bundesnetzagentur in Schutz und polemisierst gegen die FSFE, und dann schwenkst Du um?
ZitatDem kann ich in diesem Zusammenhang nur beipflichten und ich schau mich gerade um. Mein Endgerät gehört mir, da hat keiner ohne meine ausdrückliche Zustimmung durch explizites Freischalten dran rum zu schrauben -auch wenn es sich, wie in dem Fall um ein Sicherheitsupdate handelt, und meine Zugangsdaten sind mir zur Verfügung zu stellen.
Gruß
Tom

bluelupo

Vielleicht sollte man auch mal erwähnen das dies nur mit "normalen" DSL (VDSL) FB so ist. Bei den FB-Modellen für die Kabelanbieter ist das Updaten der OS-Version per default deaktiviert (zumindest bei Kabeldeuschland). Also haben wir bei den FB-Kabelboxen eh schon einen "halben" Zwangsrouter.

horo

Zitat von: bluelupo in 2014/10/06, 13:23:08
Also haben wir bei den FB-Kabelboxen eh schon einen "halben" Zwangsrouter.
Hi bluelupo,

das ist damit begründet, dass das TV-Kabel im Gegensatz zu DSL ein "shared medium" ist, und Du sicher nicht möchtest, dass die verbastelte Box Deines Nachbarn Dir den Traffic kaputt macht (oder schlimmeres anstellt).

Ciao, Martin
omnia vincit pecunia :(

michaa7

Zitat von: ayla in 2014/10/04, 19:54:04
...
Ich bin eigentlich ja der Meinung mein Provider wird den Teufel tun denn sich hier auf etwas einzulassen was ihn einen Teil seiner Kunden kosten könnte.
...

Nicht wenn sich das noch mehr einbürgert als es derzeit schon der fall ist.

Es geht bei der entscheidung nicht um schwarz oder weiß, sondern darum wohin sich das derzeitige grau durch entsprechende gesetzliche vorgaben entwickeln können soll. Und der dabei eingeschlagene schleichpfad, gut getarnt in scheinbar nebensächlichen unterpunkten versteckt in die gesetzesvorlage das gegenteil dessen hineinzuschreiben was der gesetzgeber als vorgabe im koalitionsvertrag öffentlichkeitswirksam in die welt trompetete zeigt doch deutlich, was lobbyismus bewirkt und wohin die reise gehen soll.
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake

bluelupo

Zitat von: horo in 2014/10/06, 14:10:25
Hi bluelupo,

das ist damit begründet, dass das TV-Kabel im Gegensatz zu DSL ein "shared medium" ist, und Du sicher nicht möchtest, dass die verbastelte Box Deines Nachbarn Dir den Traffic kaputt macht (oder schlimmeres anstellt).

Ciao, Martin
Hi horo,
klar will ich das nicht, aber trotzdem ist das auf meinem Endgerät eine üble Bevormundung. Es ist ein schleichender Trend bei neu  gekaufter Hardware irgendein Ablaufdatum oder Begrenzung einzubauen. Ich möchte mir nicht vorstellen wo das alles noch hinführt.

melmarker

Nur mal zur Klarstellung: Ich habe keinerlei Probleme mit den Fritzboxen von Unitymedia - wer die nicht haben möchte, soll sie sich nicht holen, das gute alte Motorola-Kabel-Modem gibt es ja auch noch.  Und es ist nun mal Tatsache, dass 99,8% der Kunden halt gar keinen Plan von dem Zeug  haben. Und da ist man als Kunde mit Plan halt eventuell der Looser, weil wirklich in der Minderheit und fast komplett ohne Relevanz für einige Anbieter. :) Wissen und Plan haben halt nicht immer Vorteile.

Noch eine Tatsache - so schwer das auch zu verdauen ist: Die Unitymediaboxen gehören Unitymedia, nicht dem Kunden - Abhilfe: siehe oben. Und es wird noch schlimmer - die werden sich auch weiterhin das Recht rausnehmen, dem Kunden zu sagen, dass sein Netz erst nach dem Abschlußgerät anfängt und nicht schon bei der Dose. Abgesehen davon kann man immer ohne Probleme  einen eigenen Router hinter das Anbietergerät schalten - ich sehe da erst mal nicht die großen Probleme drin.

Ich mag mich da auch täuschen, weil ich ja von Netzwerken, Routing und dem ganzen "Neuland-Komplex" keinen blassen Schimmer habe :D.
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

michaa7

Es spricht nichts gegen Bequemrouter.
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake

cryptosteve

Es spricht aber etwas gegen Nicht-Dickschiffe. Außerdem soll es auch Leute geben (wie mich), die ihr Routing und ihre Einwahl lieber komplett selbst handeln und sich nicht auf die (fehlenden) Sicherheitsupdates des Routerherstellers verlassen wollen.


Für mich wäre ein Zwangsrouter auch ein Kündigungsgrund, allerdings fürchte ich, dass die Luft da mittelfristig ohnehin ziemlich dünn wird.
- born to create drama -
CS Virtual Travel Bug: VF6G5D

ayla

@ samoth:

Ich nehme nicht die Netzagentur in Schutz. Im Gegenteil, was die da verzapfen spricht für mich nicht für sondern gegen Regulierung. Ich sagte aber eingangs auch: Ich bin nicht sicher was ich von dem ganzen Komplex halten soll. Und meiner Meinung nach schießt die FSFE halt desöfteren mal ein ganz klein wenig übers Ziel hinaus, also hinterfrage ich lieber mal bevor ich anfange ins gleiche Horn zu stoßen -was nicht heißt das ich generell schlecht finde was die Leute da machen, eher auch hier das Gegenteil.

Ich bin aber auch der Meinung daß, wo immer es geht, der Staat und die diversen "Regulierer" ihre Finger aus dem Spiel halten sollen und nur dort eingreifen wo es wirklich nicht anders geht.

Zitat von: cryptosteveFür mich wäre ein Zwangsrouter auch ein Kündigungsgrund, allerdings fürchte ich, dass die Luft da mittelfristig ohnehin ziemlich dünn wird.
Der Zwangsrouter alleine wäre es für mich noch nicht, aber ich lass mich nicht gern verar... Der Zugriff muß unter meiner Kontrolle bleiben.
Allerdings hat Melmarker da ja einen Punkt an den ich noch garnicht gedacht habe:

Zitat von: MelmarkerAbgesehen davon kann man immer ohne Probleme  einen eigenen Router hinter das Anbietergerät schalten - ich sehe da erst mal nicht die großen Probleme drin.
Dann kann 1&1 mit "seinem" Router machen was es will, und ich sorge für die Sicherheit meines internen Netzes -hmm, kann man mal drüber nachdenken.

Nochmal @ samoth: Genau dieser Schalter -auf deinem Bild ausgegraut- war bei mir ebenfalls immer ohne Haken, es sei denn es gab ein Problem, was zwei mal der Fall war, und ich habe ihn für die betreffende Sitzung gesetzt und anschließend sofort wieder rausgenommen.
Ich bin mir zwar nicht sicher ob der bei meinem Router auch unter Zugangsdaten war, aber ich find' ihn auch sonst nirgends mehr -ok, will auch nicht viel heißen, ich hab's auch schon fertig gekriegt sowas erst nach Monaten zufällig wieder zu finden...
Tatsache ist aber das das Ding eine neue Softwareversion hat und ich da nicht gefragt wurde.
So sieht die betreffende Seite bei mir aus -keine Reiter, Schalter oder sonstwas: