Vergleich Stabilität Siduction und Debian unstable

Begonnen von MoonKid, 2016/05/01, 18:35:53

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MoonKid

Bin eigentlich ein Ubuntu LTS user, aber realisiere gerade, dass ja nicht alle Repositories dort LTS sind. Nun schau ich nach Rolling Release's - da ich primär Sicherheitslücken und Bugs schnell gefixt haben möchte. Aktuellste Programmversionen sind eigentlich nicht so wichtig.

Bei Debian würde ich jetzt wahrscheinlich "testing" einsetzen, aber von "unstable" für ein reguläres Desktop-System die Finger lassen.

Siduction basiert jedoch auf "Debian unstable". Ist es dennoch stabieler und weniger fehleranfällig wie "Debian unstable"? Wie wird das sichergestellt?

bluelupo

Hi MoonKid,

siduction ist zu 95% Debian Unstable (SID), allerdings mit einem eigenen und sehr stabilen Kernel. Natürlich versucht das Team auch Fehler in Debian-SID Paketen zu fixen bis es in Upstream behoben ist.

Debian Testing ist als RR weniger gut geeignet, da die Fehler dort einfach länger nicht behoben werden.

siduction ist nicht unstabil und auch nicht extrem fehleranfällig. Der geeignete User sollte allerdings dazu in der Lage sein Fehler zu reporten (Bugreport) und die Kommandozeile bedienen können. Dafür bekommt man ein aktuelles und ein sicheres System.

devil

Zudem verfolgen hier einige Leute aus dem Team Debian Incoming, sodass wir Pakete bekommen, bevor sie in Unstable aufschlagen und entsprechend reagieren und warnen können, wenn mal was kaputt ist.


greetz
devil 

MoonKid

Immer wieder interessant, welche Ansätze es so gibt bei den Distros.
Soweit ich das verstehe (und das ist nicht weit), klingt Siduction nach meinem Ding.

Ubuntu LTS ist es jedenfalls nicht mehr.

Lanzi

Ich hatte im Oktober mal Kubuntu auf dem Notebook installiert und jetzt auch das update auf LTS. Ist alles nicht so schlecht, aber zu Hause fühle ich mich hier.
Siduction ist um sovieles flexibler und natürlich aktueller.

Die Kehrseite ist, dass auch mal was hängt. Backups, (oder eine zweite Installation) sollten verfügbar sein, wenn man jeden Tag auf Produktivität angewiesen ist.

Geier0815

Was ein wichtiger Punkt ist und hier auch nicht verschwiegen werden sollte: Um siduction relativ sicher betreiben zu können ohne richtig tief in debian drin zu stecken, sollte man vor jedem dist-upgrade hier die Meldungen im Upgrade-Forum lesen weil ansonsten das System auch mal richtig ruiniert werden kann. Des weiteren sollte man sich auch immer die Zeit nehmen die Meldungen von apt zu lesen und vernünftig zu interpretieren. Blind einfach einmal die Woche "apt-get update && apt-get dist-upgrade" auszuführen langt nicht! Man muß sich schon mit dem eigenen System beschäftigen wollen.
Wenn Windows die Lösung ist...
kann ich dann bitte das Problem zurück haben?

MoonKid

Verstehe. Danke für den Sicherheitshinweis.

Wie würdet ihr eine "Debian (testing)" basierte Distro wie SparkyLinux hier im Vergleich einschätzen?

melmarker

gar nicht - es erfordert einiges an Können, dass testing auch testing bleibt - ist den meisten hier zu aufwendig. Weil fixes für testing holt man sich im allgemeinen aus sid.
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (Benjamin Franklin, November 11, 1755)
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity. (Hanlons razor)

MoonKid

Zitat von: melmarker in 2016/05/02, 17:26:54
gar nicht - es erfordert einiges an Können, dass testing auch testing bleibt - ist den meisten hier zu aufwendig. Weil fixes für testing holt man sich im allgemeinen aus sid.
Das versteh ich jetzt nicht bzw. habe ich evtl. etwas Grundlegendes nicht verstanden: den Unterschied zwischen stable, testing und unstable.

Fixes und Aktualisierungen landen doch erstmal in "unstable". Erweisen sie sich als "brauchbar", wandern sie weiter in testing und in einem weiteren Schritt (nach dem testing-Freeze) in stable.

Nach meinem Verständnis bekomme ich natürlich mit testing nicht so schnell die Fixes wie mit unstable, aber immerhin noch schneller, als mit stable oder einem LTS-Ubuntu.

devil

Das ist richtig. Aber viele Leute - inklusive mir - sind der Meinung, dass Unstable besser zu beherrschen ist als Testing, zudem ist Unstable vom Sicherheitsaspekt her vorzuziehen.


greetz
devil


melmarker

wei devil schon schreibt - Pakete schlagen direkt in unstable auf - und das sehr schnell - soviel zum Sicherheitsaspekt.
und dann gibt es noch den unschönen effekt in testing, dass pakete entfernt werden oder ping-pong spielen - hat man in sid einfach nicht.
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MoonKid

Mhm... Die Entscheidung ist echt schwer.  :o

reddark

Ausprobieren und Tips beherzigen, dann läuft das schon ;)

melmarker

Und wenn man jung genug ist (so dass sich das noch lohnt), anfangen ein wenig zu lernen. Und sich ganz nebenbei an einem System erfreuen, was mit zunehmendem Wissen immer mehr Spass macht - und immer weniger Probleme.
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horo

Zitat von: MoonKidFixes und Aktualisierungen landen doch erstmal in "unstable". Erweisen sie sich als "brauchbar", wandern sie weiter in testing und in einem weiteren Schritt (nach dem testing-Freeze) in stable.

Nach meinem Verständnis bekomme ich natürlich mit testing nicht so schnell die Fixes wie mit unstable, aber immerhin noch schneller, als mit stable oder einem LTS-Ubuntu.
Hi,

sicherheitsrelevante Fixes kommen über security.debian.org auch relativ zeitnah nach stable. Du musst natürlich auch mal öfter updaten und upgraden.

Ciao, Martin
omnia vincit pecunia :(