Was ist der echte Vorteil von Siduction?

Started by hansdampf, 2026/01/28, 07:46:59

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hansdampf

Ich habe mich jetzt etwas quer im Netz und hier im Forum gelesen, eine Frage konnte ich mir aber nicht komplett beantworten:

Was ist der echte Vorteil von Siduction gegenüber Debian Sid?
Werden Pakete zurückgehalten und (automatisiert) miteinander getestet, bevor sie ins Siduction-Repo wandern?

(Soll kein Trolling sein)
Thinkpad L14G5a

kreuzschnabel

Obwohl ich hier noch sehr neu bin und auch kein Dauer-Siducer, geh ich mal das Risiko ein, in der Luft zerrissen zu werden:

Mit siduction fährst du rein versionstechnisch Sid, deine Paketverwaltung greift auch direkt auf die Sid-Zweige der Debian-Repos zu. Groß getestet wird da nichts.

Die Stärke an siduction ist die Community. Du fährst zwar eine Entwicklerversion, aber du tust das nicht allein. Du kannst vor jedem Schritt hier fragen, und wenn du ,,Upgrade Warnings" mitliest, bekommst du kritische Konflikte mit (oder meldest selbst welche) und kannst so zeitnah verhindern, dass sie auch bei dir auftreten. Das braucht natürlich ein bisschen Know-How, wie Debian unter der Haube läuft, Kenntnisse in apt-pinning etc. sind da nicht verkehrt. Auf der anderen Seite hast du das prickelnde Gefühl, mit niegelnagelneuer Software zu arbeiten, selbst wenn die teilweise auch noch etwas unfertig wirkt :)

Dazu kommt eine Softwareauswahl der Werksausstattung, die sich vom normalen Debian schon deutlich abhebt, indem sie sich speziell an technikaffine Nutzer wendet. Und das artwork wollen wir natürlich nicht unterschlagen.

TL;DR: Siduction ist Sid in schön :)

--ks
Hier so: Debian Stable oder Siduction (nach Laune) – KDE Plasma – Lenovo Thinkpad T470p – i7-7820HQ – 32GB RAM


hansdampf

Danke euch beiden.
Der Mehrwert lohnt sich für mich dann eher nicht.
Ich bin mit meinem Sid seit Jahren sehr zufrieden und muss Gnome nicht über Umwege installieren und KDE oder XFCE-Ballast loswerden.
:)
Thinkpad L14G5a

NochEinNeuer

Quote from: hansdampf on 2026/01/28, 16:32:05
Danke euch beiden.
Der Mehrwert lohnt sich für mich dann eher nicht.
Ich bin mit meinem Sid seit Jahren sehr zufrieden und muss Gnome nicht über Umwege installieren und KDE oder XFCE-Ballast loswerden.
:)
Du kannst siduction auch als nox oder xorg installieren und dann Dir die gnome Pakete nachträglich installieren. Mit xorg ist der zusätzliche Ballast deutlich geringer als mit KDE oder XFCE.
So mache ich es selbst mit mate.

hansdampf

Quote from: NochEinNeuer on 2026/01/29, 07:57:28
Du kannst siduction auch als nox oder xorg installieren und dann Dir die gnome Pakete nachträglich installieren. Mit xorg ist der zusätzliche Ballast deutlich geringer als mit KDE oder XFCE.
So mache ich es selbst mit mate.

nox ist dann Wayland und xorg entsprechend X11?
Das ist zumindest eine Alternative zur "Debian Stable installieren, Sources Ändern und hoffen" Methode, die ich sonst fahre.

Allerdings finde ich die "ferigen" DE's sehr ansprechend. Hatte in der VM mit Cinnamon bei Siduction herumgespielt. Nach Repofehlern ging es dann, allerdings fehlte mir zum "Glücklichsein" dann doch das fertige Paket, dass es auch bei Mint gibt.

Es hat sicherlich Vorteile, "Barebone" DE's zu haben, ich persönlich mag fertig nutzbare Systeme, die nicht stundenlang konfiguriert werden müssen. Das Gnome Paket bei Debian finde ich dahingehend klasse.

Ich behalte Siduction auf jeden Fall im Auge-
Thinkpad L14G5a

NochEinNeuer

nox ist meines Wissens ohne Grafik. xorg müsste mit fluxbox sein.

Die "Arbeit" mit der Installation hat man ja doch relativ selten.

kreuzschnabel

Quote from: hansdampf on 2026/01/29, 08:04:53
Das ist zumindest eine Alternative zur "Debian Stable installieren, Sources Ändern und hoffen" Methode, die ich sonst fahre.

Mit der mini.iso (ein 64-MB-Netinstaller) kannst du Sid direkt installieren, wenn du als Methode ,,Advanced → Expert Install" wählst. Da kommt bei der Frage nach dem Mirror eine Auswahl nach dem zu installierenden Debian-Geschmack (stable, testing, sid).

Die mini.iso muss zur Kernelversion in den Repos passen, daher vor Gebrauch immer frisch runterladen. Du findest sie auf den Debian-Mirrors unter dists → stable → main → installer... → current → images → netboot.

Tipp aus Erfahrung: Beim Partitionieren in der mini.iso niemals ,,Manuell" wählen, sondern immer erst automatisch partitionieren lassen und dann modifizieren. Grund: Bei der automatischen Partition fragt er nach dem Ziellaufwerk und merkt sich das. Bei der manuellen kommt diese Abfrage nicht, und er versucht dann am Schluss, den Bootloader in die ESP des ersten Mediums zu drücken. Wenn das zufällig der Installationsstick ist, gibt's Fehler.

Und beim Expert Install kannst du am Schluss gleich systemd-boot installieren lassen und auf das Grub-Geraffel verzichten. Dafür sollte deine ESP über 300 MB haben, weil systemd-boot die Kernel und initramfse da direkt reinlegt, das sind pro Kernel etwa 80 MB.

--ks
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hansdampf

Quote from: kreuzschnabel on 2026/01/29, 08:23:23

Und beim Expert Install kannst du am Schluss gleich systemd-boot installieren lassen und auf das Grub-Geraffel verzichten. Dafür sollte deine ESP über 300 MB haben, weil systemd-boot die Kernel und initramfse da direkt reinlegt, das sind pro Kernel etwa 80 MB.


Das klingt gut. Grub nervt mich hart.
Thinkpad L14G5a

kreuzschnabel

Und generell sollte man als sid-User, auch im ,,pure blend", hier die Upgrade Warnings verfolgen. Erspart Ärger. Du kannst dich gern hier aktiv einbringen, auch ohne selbst Siduction zu fahren. Ich sitz hier grad an langweiligem stable und tippe tropsdem.

--ks
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