Vorsicht beim Skypen - Microsoft liest mit

Begonnen von michaa7, 2013/05/14, 13:14:29

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

farinet

Zitat von: "bluelupo"
Zitat von: "farinet"
[...]
Schwer sich auszudenken, was dagegen zu tun wäre. Vielleicht Initiativen zu unterstützen, die sich gegen die Privatisierung von grundlegender Infrastruktur wie Wasser, Strom, Bildung etc. wehren respektive verlangen, dass diese wieder in öffentliche Hand und Kontrolle kommen (?)

Solche Initiativen wären zB. ATTAC, Campact oder Avaaz die sowas in der Vergangenheit immer wieder durch Kampagnen gefordert haben.

Richtig, aber das wagt man ja kaum mehr zu sagen. Spannend ist in diesem Zusammenhang die Änderung der bremischen Landesverfassung oder die Initiative der Österreicher die Nicht-Privatisierbarkeit der Trinkwasserversorgung in die Verfassung aufzunehmen. Oder der Entscheid einiger schweizer Städte (und Kantone, vornehmlich in der Romandie), Bildung, Wasser und Infrastruktur nicht zu privatisieren und auch keine WTO Abmachungen zu akzeptieren, die das erzwingen wollen (Bildung wird mit Sicherheit ein ganz grosses Thema in den Freihandelsverhandlungen der EU mit den Usa). Na ja . . . Immerhin, beim Atom war ja nicht alles umsonst ;)

bluelupo

Hi farinet,
meine Meinung dazu ist, das Infrastruktur grundsätzlich nicht in private Hände gehört und dazu zählen Schienennetz, Stromnetz, Trinkwasserversorgung, Bildungswesen und öffentlicher Nahverkehr. Wenn wir zulassen das solche grundsätzlichen Dinge privatisiert werden dürfen wir uns über Preissteigerungen und massive Qualitätseinbußen nicht wundern. Deshalb gilt es europaweit dieses Bestreben der großen Konzerne schon im Keim zu ersticken, denn die wollen nur ihren Reibach auf Kosten der Steuerzahler durchsetzen.

holgerw

Zitat von: "bluelupo"
Zitat von: "farinet"
[...]
Schwer sich auszudenken, was dagegen zu tun wäre. Vielleicht Initiativen zu unterstützen, die sich gegen die Privatisierung von grundlegender Infrastruktur wie Wasser, Strom, Bildung etc. wehren respektive verlangen, dass diese wieder in öffentliche Hand und Kontrolle kommen (?)

Solche Initiativen wären zB. ATTAC, Campact oder Avaaz die sowas in der Vergangenheit immer wieder durch Kampagnen gefordert haben.

Neben Initiativen kann man auch Parteien unterstützen und wählen, die gegen die Privatisierung öffentlicher Güter angehen. Wobei mir da im Moment nur eine Partei einfällt :-)

Viele Grüße,
 Holger

farinet

Zitat von: "bluelupo"Hi farinet,
meine Meinung dazu ist, das Infrastruktur grundsätzlich nicht in private Hände gehört und dazu zählen Schienennetz, Stromnetz, Trinkwasserversorgung, Bildungswesen und öffentlicher Nahverkehr. Wenn wir zulassen das solche grundsätzlichen Dinge privatisiert werden dürfen wir uns Preissteigerungen und massive Qualitätseinbußen nicht wundern. Deshalb gilt es europaweit dieses Bestreben der großen Konzerne schon im Kein zu ersticken, denn die wollen nur ihren Reibach auf Kosten der Steuerzahler durchsetzen.

Da sind wir uns vollständig einig.


devil

Noch übler wird mir, wenn ich höre, was Larry Ellison uns als seine Meinung zu verkaufen versucht. Man muss zu dem Interview wissen, das Oracle massenhalt Kohle für Datenbanken und Service von der NSA kassiert.
http://www.cbsnews.com/8301-18563_162-57598390/tech-tycoon-larry-ellison-on-nsa-surveillance/

greetz
devil

farinet

SAP ist nicht besser. Die werben sogar mit ihrer Kompetenz auf diesem Gebiet!

ralul

Zitat von: "devil"Noch übler wird mir, wenn ich höre, was Larry Ellison uns als seine Meinung zu verkaufen versucht. Man muss zu dem Interview wissen, das Oracle massenhalt Kohle für Datenbanken und Service von der NSA kassiert.
http://www.cbsnews.com/8301-18563_162-57598390/tech-tycoon-larry-ellison-on-nsa-surveillance/
- Und man muss wissen, dass es in den USA zum "Anstand" gehört, einen großen Teil der Kohle in Washington an die Lobby zurückzugeben
- Und man muss wissen, dass die Abgeordneten von diesem Geld ihre Wiederwahl finanzieren müssen. (Und ihren Lebensabend als Lobbyist finanziert bekommen).
- Und man muss wissen, dass Larry Ellison genau diese Art von Kreislaufdemokratie meint, wenn er in dem Interview sagt, das Gute in der Demokratie sei, wir können die Regierung abberufen, wenn es uns zu viel wird mit der Überwachung.
- Und man muss wissen, dass die Militär- und Cyberwarausgaben die Projekte überfinanzieren, also eine direkte Subvention darstellen.
- Und man muss wissen, dass das geplante Freihandelsabkommen direkte Subventionen bei Vertragsstrafe verbieten soll, wenn sie nachweibar sind.
experiencing siduction runs better than my gentoo makes me know I know nothing

reddark

Hmmm ...grad wieder gefunden und gehört.
Eigendlich wissen wir das alles schon länger, nur keiner wollte es wahr haben:
http://www.youtube.com/watch?v=2n4E039ZSZE

Egal wie ihr zur Musik steht, aber ruhig mal bis zum Schluss anhören. Zumal es mit einem C64 gemacht wurde ... ;)


michaa7

Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake


ralul

An diesem konkreten Fall kann man sich ausmahlen, worum es bei der Totalüberwachung wirklich geht:

Miranda wurde auch zu den Ausschreitungen in Brasilien befragt, und ob er jemanden in der Regierung kennt. Miranda hat darüber dann offen berichtet.

Wieviele Mirandas mag es geben, die sich unter Druck setzen lassen und Kontakte zu Entscheiderkreisen (nicht nur Regierungen auch Konzerne) haben? Je mehr Kleinigkeiten man weiss über jemanden, desto eher sind die Schwachpunkte einer Person offenbar. Das wurde uns ja schon in so vielen Stasi Spielfilmen anschaulich dargelegt. Es ist die Macht der Information, die Geheimdienste noch mächtiger macht und weitere Agenten hervorbringt ...
experiencing siduction runs better than my gentoo makes me know I know nothing

farinet

Ich schicke mal vorweg, dass ich es absolut notwendig und richtig finde, den Schlapphüten überall in der Welt soviele Knüppel wie möglich zwischen die Beine zu werfen und sich zu wehren. Wozu, auch wenn's hilflos ist, m.E. gehören würde, eine funktionierende und einer Demokratie würdige juristische (also: ÖFFENTLICHE) Kontrolle der Dienste zu schaffen.

ABER: Ich denke das ist wie mit dem Mythos der Pandora. Der Geist ist aus der Flasche und wird auch nicht mehr hereinzuholen sein. Wenn das richtig ist, stellt(e) sich die Frage: Wie geht man damit um? Eins ist klar: Die Dienste, geheime und nicht (also Apple, Google, MS, Yahoo und und und) versuchen, die Informationen über unser aller Privatsphäre zu monopolisieren und damit ein Geschäft zu machen (siehe den Skandal um den Apothekenabrechnungsdienstleister und den Weiterverkauf der Daten). Dieses Geschäft wird man langfristig vielleicht nicht verhindern können, indem man versucht, so wenig Daten wie möglich preiszugeben (obwohl ich natürlich alles unterstütze, was in diese Richtung geht).

Vielleicht müsste man eher in die Richtung denken, dass man radikal alles öffentlich macht. Keine Ahnung, was die Folgen davon sein könnten. Immerhin könnte man das verloren gegangene Backup seines Rechners beim BND abrufen. Das wäre doch auch schon mal was . . . ;)

michaa7

Au ja.

Und passend dazu schaffen wir im Real Live auch alle schlösser ab, verbeamten alle einbrecher und diebe in der hoffnung unsere wertgegenstände dann bei bedarf bei der polizei abholen zu können. Totale freiheit für alles und alle.
Ok, you can't code, but you still might be able to write a bug report for Debian's sake